Gartentipps des Monats
Gartenexperte Andreas Wolf gibt saisonale Tipps und beantwortet Hörerfragen. mehr
Zeigen nach dem Winter früh ihre Blüten: Schneeglöckchen.
Im Februar regt sich wieder das Leben. Schneeglöckchen und Winterlinge sind die ersten Zwiebelpflanzen, die ihre Blüten zeigen. Wer versäumt hat, im Herbst Zwiebeln zu setzen, kann jetzt noch getopfte Pflanzen ins Beet bringen. Auch hier muss so viel Erde über der Zwiebel sein, wie der Durchmesser der Zwiebel beträgt. Sehr schön wirken sie auch in der Rasenfläche. Am besten wählt man den Randbereich, weil der Rasen erst gemäht werden darf, wenn das Laub der Zwiebel braun wird.
Eingewinterte Topfpflanzen bekommen im Februar bereits die ersten Austriebe. Die zarten Spitzen können so lang werden, dass sie abknicken. Dann ist ein leichtes Einkürzen sinnvoll. Dies führt zudem zu einer besseren Verzweigung. Bei Schimmel auf der Topferde sollte weniger gegossen werden.
Der Februar ist der ideale Monat, um Gehölze zu schneiden.
Der Februar ist der Monat des Gehölzschnitts. Sträucher und Bäume sind noch in Ruhe, lassen sich gut beurteilen, die Vögel suchen noch keine Nistgelegenheiten, und das Wachstum und damit die Wundheilung sind nicht mehr weit hin. Damit Wunden schnell wieder zuwachsen und um Faulstellen zu vermeiden, ist die richtige Schnittführung sehr wichtig. Geschnitten wird kurz über einer Knospe oder bei größeren Schnitten über einer Abzweigung. Die Knospe beziehungsweise der Zweig sorgt dafür, dass die Produkte der Photosynthese - die Assimilate - an der Wunde vorbeifließen und sich das Wundgewebe gut entwickelt.
Bei falschem Schnitt verhindern tote Zweigstummel - die Zapfen - ein Überwallen der Wunde. Deshalb Totholz restlos entfernen. Diese Zapfen werden auch Kleiderhaken genannt, weil man regelmäßig daran hängen bleibt und die Kleidung reißt. Dies ist ein weiterer Grund, bei der Schnittführung sorgfältig zu sein. Bäume und Sträucher dürfen zum Schutz der Vögel nur bis Ende Februar gefällt oder entfernt werden. Auch der starke Rückschnitt bis kurz über den Boden, das "auf den Stock setzen", ist danach nicht mehr gestattet.
Der optimalen Schnittwinkel ist am besten mit Blick auf alte Wunden zu erlernen. Er liegt ungefähr bei einem Winkel von 45 Grad (halber rechter Winkel). Eine Ausnahme sind Rhododendren. Hier liegen die ruhenden Knospen direkt unter dem Blattschopf, beziehungsweise der Verzweigung. Deshalb erfolgt hier der Schnitt unter einer Abzweigung. Selbst bei starken Ästen befinden sich noch ruhende Knospen nicht sichtbar unter der Rinde. Auch bei starkem Rückschnitt bis ins mehrjährige Holz treiben Rhododendren sicher wieder aus. Ausreichend Lichteinfall ist allerdings Voraussetzung.
Wunden werden nicht mehr mit Verschlussmittel bestrichen, seitdem bekannt ist, dass die Feuchtigkeit unter der Schicht Pilzwachstum fördern kann. Temperaturen über dem Gefrierpunkt und scharfes Werkzeug führen zu glatten Schnitten und guter Verheilung. Für eine Düngergabe ist es noch zu früh. Auch mit der Aussaat sollte man noch warten.
Erfreut im Sommer mit seinen Früchten: ein beschnittener Johannisbeer-Strauch.
Wem es in den Fingern juckt, kann sich an der Steckholzvermehrung versuchen. Ein Zweig des Vorjahres wird auf eine Länge von 30 Zentimetern geschnitten. Er muss mindestens so dick sein wie ein Bleistift und wird zu zwei Dritteln in die Erde gesteckt. Die Knospen müssen nach oben weisen. Diese Vermehrungsmethode eignet sich für Liguster, Forsythien, Weiden, Spieren, Deutzien, falschen Jasmin (Philadelphus) und Weigelien. Möchte man Kinder begeistern, ist die Johannisbeere besonders geeignet, weil die Früchte das Erfolgserlebnis noch steigern.