Sendedatum: 30.09.2013 20:15 Uhr

Womit lässt sich Laub am besten entfernen?

von Arne Hell
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Vom Rasen sollte Laub im Herbst regelmäßig entfernt werden.

Wenn im Herbst die Blätter fallen und der eigene Garten sich gelb und braun färbt, dann muss gefegt, gesammelt und gerecht werden. Oder gepustet und gesaugt, mit einem Laubsauger. Auf dem Rasen sollten die Blätter nicht liegen bleiben, denn unter einer dicken Laubschicht bekommt das Gras zu wenig Licht.

Laubsauger: Einfacher und schneller?

Sind Laubsauger eine bequeme und schnelle Alternative zum althergebrachten Rechen? Immerhin muss nach dem Harken das Laub auch noch von Hand aufgesammelt werden. Ein Laubsauger verspricht einfaches Blätterentfernen ohne Bücken. Fast alle Modelle lassen sich außerdem auf Pusten umstellen. Die Blätter können also auch erst einmal zusammengepustet und dann aufgesaugt werden. Einen Laubsauger gibt es für circa 40 bis 100 Euro in vielen Baumärkten oder in zahlreichen Internetshops.

Mensch gegen Maschine: Rechen gegen Laubsauger

Eine Hobbygärtnerin, ein Kleingärtner und eine Garten- und Landschaftsbauerin probieren für Markt Laubsauger und Rechen aus. Zum Rechen diente ein Fächerbesen mit Metallzinken von Wolf Garten für gut 16 Euro, ein mittelpreisiges Modell. Damit der Preisunterschied nicht von vornherein gegen den Laubsauger spricht, hat Markt den Laubsauger LSH2500 von Atika ausgesucht. Er kostet circa 40 Euro. Außerdem erfüllt er zwei wichtige Kriterien für den Vergleich: Er lässt sich leicht von Pusten auf Saugen umstellen, ohne dass man ihn umbauen muss. Und er läuft mit Strom und nicht mit Benzin.

Alles Laub auf einen Haufen: Der Rechen ist schneller

Beide Hobbygärtner haben die gleiche Menge Laub: fünf Kilogramm. Auch die zu bearbeitende Rasenfläche ist gleich: fünf mal fünf Meter. Zuerst sollen die Tester das Laub auf einen Haufen bekommen. Dabei ist die Hobbygärtnerin mit dem Rechen gut doppelt so schnell wie der Kleingärtner mit dem Laubsauger. "Der Sauger lässt sich zwar mit einem Schalter ganz einfach umstellen, von Saugen auf Pusten, aber das macht im Garten eigentlich wenig Sinn", findet Kleingärtner Wolfgang Schünemann. "Man pustet sich ganz schnell das Laub auch wieder vom Haufen runter. Das kann man eigentlich nur in eine Ecke hinein oder gegen ein Wand machen."

100 Dezibel: Laubsauger ist "Lautsauger"

Bei voller Kraft ist das Gerät außerdem sehr laut, fast 100 Dezibel. Es darf darum in einer Wohngegend, anders als ein Rasenmäher, auch an Werktagen nur zwischen 9 und 13 Uhr sowie 15 und 17 Uhr betrieben werden. Was dem Kleingärtner ebenfalls negativ auffällt: Er kommt sich selbst in die Quere, wegen des Verlängerungskabels. Dreimal zieht er dazu noch aus Versehen selbst den Stecker. "Wir Profis verwenden deswegen nur Laubsauger mit Benzinmotor", erklärt Garten- und Landschaftsbauerin Petra Geske, "aber die stinken natürlich und sind auch deutlich teurer." Der Rechen aus Metall wirkt stabil und handlich. "Ist etwas schwerer als ein Rechen mit Holzstiel", sagt Hobbygärtnerin Monika Hasselberg, "aber es geht wirklich flott. Und die Bewegung tut mir auch gut, da brauch' ich kein Fitness-Studio." Klarer Fall: Alle drei sehen den Rechen vorn.

Alles Laub in die Gartentonne: Der Laubsauger hinkt hinterher

Wie gut saugt der Laubsauger die Blätter auf? Die Hobbygärtnerin sammelt gleichzeitig den Laubhaufen von Hand auf. Allerdings nicht mit bloßen Händen, sondern mit zwei Laubgreifern, das sind Handschaufeln aus Kunststoff (gibt's für etwa 13 Euro im Internet und im Baumarkt). Zusammen mit dem Rechen (Fächerbesen mit Metallzinken) kommt man auf den gleichen Preis wie beim Laubsauger.

Tipp: Laub auf die Beete

Am Ende haben die drei Tester das Laub nicht auf den Kompost geschüttet. "Das gibt zwar gute Erde", sagt Petra Geske, "aber ich gebe mein Laub im Garten immer einfach auf die Beete. Das ist im Winter ein guter Schutz, gibt direkt Nährstoffe für den Boden und der Igel hat auch noch einen guten Schutz."

Das Ergebnis: Diesmal hinkt der Laubsauger noch weiter hinterher. Während die fünf Kilogramm Blätter mit den Laubgreifer in weniger als einer Minute in der Gartentonne sind, braucht der Kleingärtner mit dem Laubsauger mehr als fünf Minuten. "Die Saugkraft ist schon in Ordnung und ich muss mich auch beim Saugen nicht bücken", sagt Wolfgang Schünemann, "aber dafür beim Entleeren des Auffangsacks". Der Sack am Sauger ist rasch voll und muss zweimal geleert werden. Und das obwohl der Sauger von Atika verspricht, das Laub beim Einsaugen direkt klein zu häckseln. "So vermodert das Laub zwar etwas schneller", erklärt Landschaftsbauerin Petra Geske, "aber man sieht ja: Richtig klein häckselt der Sauger das nicht. Hier sind ja weiter ganze Blätter dabei und kleine Ästchen. Ich finde, das lohnt nicht."

Fazit: Ein Rechen reicht

Sowohl beim Pusten als auch beim Saugen sind die drei Tester mit dem Laubsauger nicht zufrieden. "Ich würde das Laub in meinem Garten immer wegharken", sagt Hobbygärtnerin Monika Hasselberg. "Und dann mach ich das einfach zwei, drei Mal. Dann sammelt sich nicht so viel Laub auf einmal an. Dann ist das auch nicht anstrengend." Kleingärtner Wolfgang Schünemann nervt vor allem die Lautstärke: "Wenn bei uns in der Schrebergartenanlage jeder so ein Gerät hätte, das wäre ja nicht auszuhalten." Und Landschaftsbauerin Petra Geske empfiehlt: "Nur bei ganz großen Rasenflächen, tausend Quadratmeter und mehr, würde ich einen Laubsauger nehmen. Aber nur zum Zusammenpusten. Einsammeln würde ich das Laub immer von Hand, das geht einfach schneller."

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Markt | 30.09.2013 | 20:15 Uhr