Stand: 18.11.2015 10:12 Uhr

Vögel im Winter richtig füttern

Heimische Vögel im eigenen Garten oder auf Balkon und Terrasse beobachten, ist eine beliebte Tradition. Selten lassen sich Wildtiere so einfach beobachten - und das in der Stadt ebenso wie auf dem Lande. Doch wie sollte eine gute Futterstelle aussehen? Zu welcher Jahreszeit wird gefüttert? Und welches Futter ist geeignet? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Soll man Vögel ganzjährig füttern?

Ob Wildvögel nur bei Frost und Schnee oder ganzjährig gefüttert werden sollen, darüber gehen die Meinungen der Experten auseinander. Für beide Haltungen gibt es gute Argumente. So spricht sich etwa die Sielmann-Stiftung für die Ganzjahresfütterung aus. In den häufig artenarmen Gärten und von industrieller Landwirtschaft geprägten Umgebung fänden Vögel immer weniger Nahrung.

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Meisen verlieren in einer kalten Nacht bis zu zehn Prozent ihres Körpergewichts.

Anders sieht es der NABU, der zwar für die Winter-, aber gegen die Ganzjahresfütterung ist. Begründung: Die Futterstellen würden fast ausschließlich von Vogelarten genutzt, die in ihrem Bestand nicht gefährdet seien. Im Winter dagegen ist eine zusätzliche Fütterung angebracht: Bei Frost und Schnee verbrauchen die Tiere sehr viel Energie, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Wichtig: Wer mit dem Füttern beginnt, sollte es auch konsequent und täglich bis zum Ende des Winters tun. Die Vögel verlassen sich auf ihre Futterplätze und könnten sonst in kürzester Zeit verhungern.

Für jeden Vogel das richtige Futter

Unsere heimischen Wildvögel lassen sich grob einteilen in Körnerfresser, die mit ihrem kräftigen Schnabel auch harte Schalen aufbrechen können und Weichfutterfresser. Körnerfresser bevorzugen Sonnenblumenkerne und andere grobe Körner, Weichfutterfresser lieben Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst. Einige Vogelarten - darunter etwa Meisen - fressen sowohl weiches als auch Körnerfutter.

Welcher Vogel frisst was?
WeichfutterfresserKörnerfresserAllesfresser
RotkehlchenFinkMeise
HeckenbraunelleSperlingSpecht
ZaunkönigZeisigKleiber
AmselGimpel/Dompfaff
Star

Mit der Futterauswahl lassen sich also gezielt bestimme Vogelarten anlocken. Grundsätzlich ungeeignet sind alle gewürzten und gesalzenen Speisen. Auch Brot sollte nicht verfüttert werden, da es im Magen der Vögel aufquillt.

Vogelfutter selbst herstellen

Statt Vogelfutter im Bau- oder Gartenmarkt zu kaufen, lässt es sich auch gut selbst herstellen. Das ist nicht nur billiger, sondern hat auch den Vorteil, dass selbst gemischtes Futter frei von den allergieauslösenden Ambrosia-Samen ist, mit denen viele Fertigmischungen durchsetzt sind. Mit einem einfachen Grundrezept lässt sich Futter selbst herstellten, originelle Aufhängevorrichtungen sehen zudem noch dekorativ aus.

Futterspender sind hygienischer als Vogelhäuser

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Wer Spender aufstellt, verringert die Gefahr, dass sich im Futter Krankheitserreger verbreiten.

Wichtig ist es, die Futterstelle hygienisch zu halten. Besser als offene Futterhäuschen sind deshalb Futterspender, bei denen Tiere nicht im Futter herumlaufen, es beschmutzen und dadurch Krankheitserreger verbreiten können. Wer auf das traditionelle Vogelhaus nicht verzichten möchte, sollte es regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und täglich nur wenig Futter nachlegen. Beim Reinigen aus hygienischen Gründen Handschuhe tragen. Mit etwas Geschick lässt sich ein schönes, individuelles Häuschen auch selbst bauen. Futterstellen immer mit genügend Abstand zur nächsten Glasscheibe (mindestens zwei Meter) und an einer übersichtlichen Stelle platzieren, sodass sich auch keine Katzen anschleichen können.

Katzen von Bäumen fernhalten

Damit Vögel auf Bäumen in Ruhe fressen und brüten können, hat sich ein sogenannter Katzen-Abwehr-Gürtel bewährt. Das zusammensteckbare Drahtgestell verhindert, dass Stubentiger den Baumstamm erklimmen. Der Gürtel ist im Gartenhandel erhältlich und sollte in einer Höhe von mindestens 2,50 Metern angebracht sein, damit sich weder Tier noch Mensch daran verletzen können.

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Die natürlichste Möglichkeit, Wildvögeln durch das Jahr zu helfen und sie mit Futter zu versorgen, ist, ihnen im eigenen Garten ein breites Nahrungsangebot bereitzuhalten, etwa durch das Anpflanzen heimischer Beerensträucher wie Eberesche oder Weißdorn.

Wichtig ist außerdem, Sträucher oder Bäume erst gegen Ende des Winters und nicht bereits im Herbst zu beschneiden, damit Früchte und Samen als Nahrung dienen können. Statt Totholz und Laub zu entfernen, können Gartenbesitzer es einfach unter die Sträucher schieben. So können sich Insekten ansiedeln, die wiederum wichtige Nahrung für viele Vogelarten sind. Eine sehr dekorative Form, im eigenen Garten Nahrungsquellen für Vögel zu schaffen, ist das Pflanzen einer Hecke aus geeigneten Gehölzen.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 18.11.2015 | 16:10 Uhr