Stand: 11.05.2015 17:17 Uhr  | Archiv

Wie gut graben günstige Spaten?

von Franz Jägeler

Bei der Gartenarbeit darf ein stabiler Spaten nicht fehlen, etwa um ein Beet umzugraben oder Sträucher umzusetzen. In vielen Baumärkten und Supermärkten gibt es Spaten bereits für weniger als zehn Euro. Sind die günstigen Modelle für den Einsatz im Garten geeignet? Markt vergleicht fünf Modelle:

  • Gardenfuchs von Bauhaus für 7,45 Euro
  • Freund Victoria von Hornbach für 7,75 Euro
  • Floraworld von Real für 11,99 Euro
  • Florabest von Lidl für 12,99 Euro
  • Markenspaten Ideal für 43,95 Euro

Für Markt probieren Auszubildende vom Fachverband Garten- und Landschaftsbau Nord die Spaten aus. In der Versuchs- und Prüfanstalt (VPA) Remscheid führen Werkzeug-Experten eine Biegeprüfung durch.

Spaten im Härtest

Biegeprüfung: Zwei Spaten scheitern an GS-Norm

Die Versuchs- und Prüfanstalt Remscheid hat eigene Vorgaben für die Stabilität von Stiel und Spatenblatt entwickelt. In einer Biegeprüfung müssen Spaten mindestens eine Kraft von 600 Newton aushalten, um das GS-Zeichen für "Geprüfte Sicherheit" zu erhalten. Im Test schaffen das neben dem Idealspaten die günstigen Modelle von Real und Lidl. Die Modelle von Hornbach und Bauhaus erfüllen die Anforderungen für das GS-Zeichen nicht. Die Tester halten die Modelle für gefährlich, weil sie bei der Gartenarbeit relativ leicht zerbrechen können.

Praxistest: Mühsame Arbeit mit günstigen Spaten  

Die günstigen Spaten kommen nach Ansicht der Tester nur mühsam tief in die Erde. Die Spatenränder seien dafür nicht scharf genug. Beim Aushebeln zerbricht der Spaten von Hornbach, beim Spaten von Real reißt die Schweißverbindung zur Tülle. Beim Modell vom Bauhaus fällt der Griff nach kurzer Zeit ab - er ist nur mit einer dünnen Drahtklammer befestigt. Nur zwei Spaten haben den Praxistest und die Laborprüfung bestanden: der Ideal-Spaten für 43,95 Euro und das Lidl-Modell für 12,99 Euro.

Das sagen die Hersteller

  • Bauhaus zur Verarbeitungsqualität

    Die Ergebnisse seien "nicht nachzuvollziehen". Bei leichter Gartenarbeit sei der "sichere Gebrauch" mit diesem Werkzeug "in vollem Umfang gegeben". Man werde das Testergebnis jedoch zum Anlass einer "gesonderten Nachprüfung" nehmen.

  • Bauhaus zum Labortest

    Die DIN-Norm für sogenannte Rundtüllspaten fordere lediglich die Einhaltung einer Kraft von 350 Newton.

  • Hornbach zur Verarbeitungsqualität

    Die beanstandete zu lockere Befestigung des Stiels könne auf ein "trocknungsbedingtes Schrumpfen" zurückzuführen sein. Sollten Aststellen vorhanden gewesen sein, könne es sich nur um "eine Ausnahme" handeln.

  • Hornbach zum Labortest

    Bei dem Produkt handele es sich um einen "Rundtüllspaten". Die für diese Bauart geltende DIN fordere nur die Einhaltung einer "Kraft von 350 N". Damit seien die "Anforderungen der Biegeprüfung übertroffen".

  • Hornbach zum Praxistest

    Bei dem Produkt handele es sich um "einen leichten Beetspaten". Diese Bauart sei "nicht für starkes Hebeln geeignet".

  • Real zur Verarbeitungsqualität

    Lieferanten würden stets "sorgfältig und verantwortungsbewusst" ausgewählt. Im Falle einer mangelhaften Produktion des Spatens werde man "eine Nachbesserung verlangen".

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 11.05.2015 | 20:30 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/garten/Spaten-Garten-Labor-Test,spaten104.html

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