Sendedatum: 24.11.2012 18:45 Uhr

Mit Feng-Shui den Garten gestalten

von Verena Künstner

Feng-Shui ist eine über 3.000 Jahre alte chinesische Gestaltungsform, die verspricht, durch ungehinderten, positiven Energiefluss das Wohlbefinden des Menschen zu fördern. Auch im Garten kann Feng-Shui angewandt werden.

Wind und Wasser sorgen für Einklang

Frei übersetzt bedeutet Feng-Shui "Wind und Wasser". Nach der traditionellen Vorstellung werden durch gezielte Gestaltung die Energien von Wind und Wasser harmonisiert und zum Wohl des Menschen eingesetzt. Man muss nicht an Geister glauben, um Feng-Shui auszuprobieren. Es genügt schon die Lust auf neue Gestaltungsmöglichkeiten, auf bewusstes Hinsehen und Handeln und auf die Möglichkeit, sich den Urkräften der Natur näher zu fühlen und sie sogar für sich zu nutzen.

Ausgewogenheit ist das Ziel

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In Gräsern spielt der Wind - vor allem im Herbst ein Augenschmaus.

Von allem ein bisschen, von nichts zu viel - so vereinfacht könnte man erklären, wie ein Garten nach Feng-Shui gestaltet werden soll. Auf die Balance kommt es nämlich an. Eine Ausgewogenheit zwischen schattigen und hellen Ecken, von offenen und dicht bepflanzten Bereichen, von hohen und niedrigen Pflanzen, von belebten und ruhigen Zonen. Im Mittelpunkt der Feng-Shui-Lehre stehen Yin und Yang, deren Kräfte je nach Situation individuell ausbalanciert werden können, sodass die gewünschte Energie entsteht. Übertragen auf unseren Alltag sieht Unausgewogenheit so aus: Haben wir beispielsweise zu viele Termine, dann sind wir gestresst - fehlen uns wiederum Herausforderungen, fühlen wir uns unterfordert und ebenso unausgeglichen. Auch hier ist das Ziel, einen Mittelweg zu finden, um zufrieden zu sein.

Die fünf Elemente richtig nutzen

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In einem typischen China-Garten findet man viele Elemente der Feng-Shui-Gestaltungslehre.

In der Gartenlehre nach Feng-Shui spielen die Elemente Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde eine wichtige Rolle. Ihnen werden bestimmte Farben, Pflanzen, Formen und Materialien zugeordnet. Haus und Garten werden in die acht Himmelsrichtungen und ein Zentrum unterteilt. Jedem dieser Bereiche ist ein Element zugeordnet, das gestalterisch dort dominieren sollte. Im Ost- und Südostbereich wäre das das Element Holz. Dort kann man zum Beispiel mit schlanken, hohen Koniferen oder dem Klassiker Bambus arbeiten. Wellige Formen und blau blühende Pflanzen fördern dagegen den Energiefluss im Nordbereich, dem das Element Wasser zugeordnet ist.

Schritt für Schritt zum ausbalancierten Grün

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Dem Element Wasser wird die Farbe Blau zugeordnet. Pflanzen in dieser Farbe fördern nach Feng-Shui die Energien im Nordbereich des Gartens.

Ein Feng-Shui-Garten muss nicht aussehen wie ein chinesischer Garten - bleiben Sie Ihrem persönlichen Garten-Stil ruhig treu.  Auch eine komplette Neugestaltung ist nicht notwendig. Es genügen schon Kleinigkeiten, um die Energie zum Fließen zu bringen. Weich geschwungene Wege oder rund geschnittene Buchsbäume, die einen Ausgleich zu spitzen Kanten bilden, sind schon ein guter Anfang. Wasser gilt als der stärkste Glücksbringer (Vitalisierer) im Feng-Shui. Ein kleiner Springbrunnen oder ein Bachlauf genügen schon, um positive Energien anzuregen und den Lebensfluss zu stärken. Doch hier - so ist das mit allen Formen, Farben, Materialien - kommt es auf den Standort an. Ein neunteiliges Raster, das sogenannte Bagua, unterteilt den Garten in verschiedene Bereiche, die jeweils speziellen Lebensthemen zugeordnet sind: Reichtum, Ruhm, Partnerschaft, Familie, Kinder, Wissen, Karriere, Freunde. So erhält man einen Überblick, wo genau man eingreifen kann, um Veränderungen zum Positiven zu bewirken.

Dieses Thema im Programm:

DAS! | 24.11.2012 | 18:45 Uhr

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