Stand: 26.05.2016 16:03 Uhr

Gute Beetnachbarn: Gemüse und Blumen mischen

von Udo Tanske
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Manche Pflanzen gehen ein, wenn man nebeneinander setzt, andere fördern einander.

"Es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." Der berühmte Satz aus Schillers "Wilhelm Tell" gilt auch für Pflanzen. Wurzelausscheidungen und Düfte von Pflanzen spielen dabei eine große Rolle: Manche Pflanzen bleiben klein oder gehen sogar ein, wenn man sie nebeneinander wachsen. Andere Pflanzen fördern sich gegenseitig: Sie werden üppiger und gesünder. In der Wissenschaft nennt man dieses Phänomen Biozönose.

Sympathien und Antipathien am Wurzelwerk ablesbar

Die Wurzeln artfreundlicher Pflanzen verflechten sich im Untergrund, während artfeindliche Pflanzen sich distanzieren. Kartoffeln und dicke Bohnen wachsen beispielsweise besonders gut zusammen und Dill liebt es zwischen Gurkenranken. Manche Mischkulturen wehren sogar Schädlinge ab. Schnittsellerie schützt zum Beispiel Kohlkulturen vor Raupen und Erdflöhen. Der Duft von Salbei, Thymian und Pfefferminze hält den Kohlweißling und andere Falter fern.

Duftendes Bohnenkraut zwischen den Reihen hält die Schwarzen Läuse von Ihren Bohnen fern. Kapuzinerkresse, Gartenkresse sollen Tomaten und sogar Obstbäume vor Blatt- und Blutläusen schützen. Auch Ringelblumen oder Tagetes schützen Obst und Gemüse vor Schädlingen.

Blumen im Gemüsebeet ziehen nützliche Insekten an

Nicht nur Gemüsepflanzen profitieren voneinander. Auch Blumen zwischen den Gemüsereihen oder als Beeteinfassung locken viele fleißige Insekten in den Garten. Bienen und Hummeln können einer duftenden Blumenvielfalt nicht widerstehen und bestäuben viele Pflanzen. Nur so können beispielsweise Tomaten oder Apfelbäume überhaupt Früchte ausbilden.

Mit Blumen Bienen in den Gemüsegarten locken

Gute Nachbarschaft kann man schmecken

Es gibt sogar Pflanzen, die den Geschmack ihres Nachbarn verbessern: Kartoffeln werden besonders schmackhaft, wenn Kümmel oder Koriander daneben stehen. Auch Dill und Möhren haben auf den Erdapfelgeschmack einen guten Einfluss. Kresse kann Radieschen noch würziger machen. Wer also ungünstige Nachbarschaften geschickt vermeidet, spart nicht nur eine Menge Chemie, sondern erzielt auch bessere Erträge.

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