Stand: 06.10.2016 09:11 Uhr

Wertvoller Kompost aus Gartenabfällen

von Verena Künstner

Kompost wird oft als "Gold des Gärtners" bezeichnet. Er spart Dünger, verwertet Garten- und manche Küchenreste sinnvoll und sorgt fast ganz allein für wertvollen Nachschub an humoser Erde. Gärtner müssen nur ein wenig nachhelfen, damit aus einem Kompost- kein reiner Abfallhaufen wird.

Verschiedene Kompostsysteme

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Ob Holz- oder Gitterkompost - entscheidend ist die Belüftung und der Standort des Komposts.

Wer sich für ein Kompostsystem aus Holzlatten entscheidet, muss eventuell nach einigen Jahren einzelne Bretter oder vielleicht sogar den ganzen Silo austauschen, da das Holz nach und nach verrottet. Bei einem Komposter aus Metallgittern kann das nicht passieren. In einem großen Garten bietet es sich an, von Anfang an drei Behälter aufzustellen, zwischen denen man hin- und herschichten kann. Die optimale Größe der einzelnen Komposter ist etwa ein Kubikmeter. So wird das Umsetzen nicht zur unnötigen Kraftanstrengung. Thermokomposter aus Plastik sind zwar rein optisch nicht jedermanns Geschmack, passen aber auch in kleine Gärten. Außerdem ist der Kompost aufgrund der höheren Wärmeentwicklung schneller reif. Um Fäulnis vorzubeugen sollten immer einige trockene Äste beziehungsweise Zweige untergemischt werden.

Der Standort ist entscheidend

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Belüftungsschlitze beim Holzkompost sorgen für die nötige Frischluft für den organischen Vorgang.

Der Kompostplatz sollte weder in der prallen Sonne noch im totalen Schatten liegen. Um Austrocknung oder Fäulnis zu vermeiden, ist ein Standort im Halbschatten ratsam - am besten hinter der Gartenlaube, im Schutz einer Hecke oder unter einem hohen, belaubten Baum. Da ein guter Komposthaufen immer auch genügend Frischluft braucht, sollte der Platz zwar windgeschützt, aber nicht völlig windstill sein. Mindestens 50 Zentimeter Abstand zur Grundstücksgrenze vermeiden unnötige Diskussionen mit dem Nachbarn.

Schreddern sorgt für Kleinholz

Im täglichen Gartenbetrieb fallen jede Menge krautige Blumen- oder Staudenabschnitte, Zweige, kleine Äste, Blumensträuße und dergleichen mehr an. Wenn man dieses Material unzerkleinert auf den Kompost wirft, türmt es sich hoch auf und es dauert Jahre, bis es verrottet ist. Mit einem Schredder oder Häcksler reduziert man das Volumen und der Kompost ist viel schneller verwendungsfähig. Alternativ kann man das gehäckselte Material auch unter Bäumen und Sträuchern ausbringen und den Boden so mulchen.

Wurm als Düngerfabrik

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"Eisenia foetida" - so heißt der fruchtbare Humuswurm, der im Kompost aktiv ist. 1.000 Würmer setzen in vier Wochen bis zu einem Kubikmeter Kompost um. Die Tiere, die unter anderem im Internet bestellt werden können (500 Stück für circa 20 Euro), sind lichtscheu und werden daher am besten bei Tageslicht ausgesetzt. Sie reagieren auf die Helligkeit mit sofortiger Flucht in das Innere des Komposthaufens.

Was darf in den Kompost?

Gefüllte Staubsaugerbeutel, Glas, Kunststoffe, Metall, Asche, Essensreste und kranke Pflanzenteile dürfen auf keinen Fall auf dem Kompost landen. Kaffeefiltertüten oder Teebeutel, Abfälle von Gemüse und Obst aus der Küche, Stroh und Streu, Eierschalen, Rasen-, Strauch- und Baumschnitt, Laub sowie Rinde und Sägemehl lassen sich dagegen problemlos für die Natur wieder nutzbar aufbereiten. Und immer gilt: Auf die Mischung kommt es an. Nie größere Mengen nur eines Materials verwenden. Mono-Aufschichtungen über 20 Zentimeter behindern den Prozess des Kompostierens.

Vorteile guter Komposterde

Guter Reifekompost fördert ein stabiles Bodengefüge und vermindert die Gefahr der Erosion. Er fördert das Bodenleben und damit die Bodenfruchtbarkeit, verbessert die Durchlüftung des Bodens und erhöht dessen Wasserhaltefähigkeit. Pflanzen freuen sich über die enthaltenen Nährstoffe und Spurenelemente und werden außerdem widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten. Reifekompost eignet sich also perfekt als Dünger und Bodenverbesserer. Für die Verwendung in Balkonkästen oder bei Kübelpflanzen wird der Kompost mindestens zur Hälfte mit anderen Bestandteilen, beispielsweise Blumenerde aus dem Vorjahr, vermischt.

Regelmäßig umsetzen

Nach etwa drei Monaten empfiehlt es sich, die halb verrotteten Abfälle umzusetzen. Sie werden entweder im selben Behälter umgeschichtet oder in einen weiteren Behälter umgefüllt. Das Umsetzen fördert die wichtige Durchlüftung des Komposthaufens und reduziert außerdem sein Volumen noch einmal erheblich. Der frisch umgesetzte Kompost erreicht nach durchschnittlich sieben Monaten das Reifestadium. Die meisten Bestandteile sind jetzt gut zersetzt, der dunkle Humus riecht nach Waldboden.

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