Stand: 30.12.2016 11:51 Uhr

Glücksklee und Co. durch den Winter bringen

von Helge Masch

Zum Jahreswechsel verschenken viele Pflanzen, die mit einem Schornsteinfeger oder Schweinchen dekoriert sind. Sie sollen Glück bringen. Doch häufig landen sie im Müll. Dabei halten sich viele Exemplare mit der richtigen Pflege lange Zeit. Tipps für verschiedene Pflanzen im Überblick.

Die richtige Pflege für "Glücksbringer"-Pflanzen

Auch im Sommer schön: Glücksklee

Dieser Glücksbote wird extra für seinen Auftritt zu Silvester in den Gärtnereien kultiviert und ist zum Wegwerfen viel zu schade. Wird Glücksklee im Januar hell und kühl aufgestellt und sparsam, aber regelmäßig mit Wasser versorgt, ist er ein treuer Begleiter. Draußen kann die aus Mexiko stammende Pflanze nicht bleiben, da sie nicht winterhart ist. In den Sommermonaten ist Glücksklee durchaus dekorativ im Balkonkasten. Die Blüten zeigen sich zwischen Juni und Oktober. Dieser vierblättrige Klee gehört zur Gattung Sauerklee und ist nicht mit dem heimischen Weißklee (Trifolium: Tri = drei, folium = blättrig) verwandt.

Moosfarn: Anspruchsvolle Pflanze aus den Tropen

Moosfarn ist eine treue, aber anspruchsvolle Zimmerpflanze aus den Tropen. Er gehört zu den Bärlappgewächsen, die bereits weit vor der Entstehung der Blütenpflanzen in den Tropen wuchsen. In der Wohnung benötigen Moosfarne einen warmen, aber heizungsfernen Platz mit gleichmäßig feuchter, aber nicht nasser Erde. Besonders gut wächst Moosfarn in einem Terrarium.

Azaleen lieben es kühl

Blütenzauber im Winter: Diese Pflanze bringt im tristen Winter schon mal ein bisschen Vorfreude auf das Frühjahr. Azaleen, die mit dem winterharten Rhododendron eng verwandt sind, lieben es kühl. Die Wurzeln vertragen deutlich mehr Nässe als andere Zimmerpflanzen. Ist die letzte Blüte abgefallen, kann man die Pflanze etwas zurückschneiden. Im Frühjahr treibt sie wieder kräftig aus und setzt Blüten für den nächsten Winter an. Im Sommer steht die Azalee gern an einem schattigen Platz im Freien, gern mit dem Blumentopf im Erdreich versenkt.

Alpenveilchen mögen es mäßig warm

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Knospen, junge Blätter und die Knolle sollten beim Gießen des Alpenveilchens trocken bleiben.

Der deutsche Name "Alpenveilchen" ist etwas irreführend. Die Pflanzen, die wir jetzt in unsere Wohnungen holen, überleben auch in den Alpen nur in beheizten Räumen. Die Blüten der heimischen winterharten Alpenveilchen sind viel kleiner. Die als Zimmerpflanze verwendeten Alpenveilchen stammen ursprünglich aus Nordafrika und Westasien. Dort blühen sie in milden Wintern. Im Sommer ziehen die Pflanzen sich in Knollen zurück, um die hohen Temperaturen von über 40 Grad zu überleben. Das Alpenveilchen als Zimmerpflanze wünscht sich einen warmen Raum, jedoch nicht über 20 Grad. Dabei gilt: Je wärmer die Pflanze aufgestellt wird, umso schneller ist sie verblüht. Beim Gießen darauf achten, dass die Knospen, die jungen Blätter und die Knolle trocken bleiben. Bei Feuchtigkeit bildet sich sehr leicht ein Grauschimmelpilz. Dieser führt zum Absterben der Pflanze. Mit ein wenig Mühe können Alpenveilchen durch Bestäubung vermehrt werden.

Primeln können im Sommer in den Garten gepflanzt werden

Die Primel, auch Himmelsschlüsselchen genannt, ist eine der bekanntesten Frühlingspflanzen. Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) wurde von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2016 ernannt. Aber auch Kissenprimeln (Primula vulgaris) erfreuen sich großer Beliebtheit. Die in Gärtnereien vorgetriebenen Pflanzen leiden jedoch sehr unter Frost. Daher sollten sie einen frostfreien, jedoch nicht zu warmen Platz bekommen. Sind die Pflanzen ausgeblüht, können sie in den Garten gepflanzt werden. Dort entwickeln sie dann im folgenden Jahr nach der Schneeschmelze ihre Blüten.

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Einige Primeln können Juckreiz auslösen. Achten Sie in diesem Fall auf den Aufdruck "Touch" - diese Sorten lösen keine Allergien aus.

Vorsichtig sollte man mit der Becherprimel (Primula obconica) umgehen. Die Haut einiger Menschen reagiert nach dem Kontakt mit den Blättern mit starkem Juckreiz. Im Handel gibt es Sorten mit dem Aufdruck "Touch". Diese Pflanzen sind allergiefrei und können problemlos berührt werden. Alle Primeln freuen sich über eine regelmäßige Wasserversorgung. Sollte das Gießen einmal vergessen werden, richten sich die Pflanzen nach der Wassergabe wieder auf, allerdings leidet der Blütenflor.

Vorgetriebene Zwiebelblüher benötigen bis März kühlen Standort

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In Gärtnereien werden Narzissen, Tulpen und Hyazinthen als sogenannte präparierte Zwiebeln verkauft. Die vorgetriebenen Blumenzwiebeln können als Arrangement in einer Schale zusammen mit anderen winterharten Pflanzen gepflanzt und im Freien aufgestellt werden. Bei Temperaturen deutlich unter null Grad sollten sie jedoch in einem frostfreien Raum stehen. Unter Freilandbedingungenn würden die Pflanzen noch nicht blühen. Sind die vorgetriebenen Blumenzwiebeln verblüht, die Blätter an den Pflanzen lassen und diese weiter mit Wasser versorgen.

Etwa Mitte März, wenn kein Schnee liegt, können die Pflanzen in den Garten. Vorgetriebene Zwiebelblüher, die in der Wohnung bleiben, sollten nach dem Verblühen einen kühlen Standort bekommen. Wer keinen eigenen Garten hat, kann den Service "Zwiebelrettertisch" im Botanischen Sondergarten Wandsbek in Hamburg nutzen. Hier können verblühte Zwiebelpflanzen abgestellt werden. Gartenbesitzer wiederum können diese in ihre Obhut nehmen. Wegen ihres intensiven Dufts sollten Hyazinthen besser einen Platz im Freien bekommen. Manche Menschen reagieren allergisch darauf.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Garten | 06.01.2016 | 20:00 Uhr

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