Stand: 05.07.2016 12:04 Uhr

Einen Sud aus Ackerschachtelhalm herstellen

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Ackerschachtelhalm bildet im Frühjahr bis zu 50 Zentimeter hohe, saftig grüne Stängel, die borstenartig und stark verzweigt sind.

Er wächst an feuchten Stellen und an Waldrändern in der freien Natur und häufig auch unerwünscht in Gärten: Ackerschachtelhalm, auch als Zinnkraut bekannt. Die Heilpflanze aus der Familie der Schachtelhalmgewächse breitet sich sehr schnell aus und verdrängt andere Gewächse. Aber sie ist auch sehr nützlich, denn aus den grünen Stängeln lässt sich ganz einfach ein Sud herstellen, der Zier- und Nutzpflanzen stärkt und so gegen Schädlinge wie Blattläuse und verschiedene Pilze wie Grauschimmel, Mehltau, Sternrußtau oder Schorf schützt.

Diese positive Wirkung geht auf die Kieselsäure zurück, die der Ackerschachtelhalm enthält. Sie stärkt die Zellstruktur und die Blattoberflächen der damit behandelten Pflanzen, sodass es Pilze und Schädlinge schwer haben.

So stellen Sie den Sud her

Ackerschachtelhalm: Darauf kommt es an

Wer Ackerschachtelhalm selbst sammelt, sollte Folgendes beachten:

  • Nur die grünen oberirdischen Triebe verwenden. Sie sollten keine Flecken haben.
  • Stängel bis Ende Juli abschneiden und frisch verwenden oder trocknen, danach verholzen sie und der Kieselsäuregehalt sinkt.
  • Die Pflanze vorher genau bestimmen. Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem Sumpfschachtelhalm, der giftig ist.

Zur Herstellung eines Suds benötigen Sie entweder frischen (100 Gramm) oder getrockneten (10 Gramm) Ackerschachtelhalm pro Liter. Die Halme klein schneiden, mit Wasser in einen Topf geben und 24 Stunden lang einweichen. Anschließend 30 Minuten köcheln lassen und durch ein Sieb in eine Flasche oder ein Weckglas füllen und abkühlen lassen. So aufbewahrt, hält sich der Sud mehrere Monate.

Wer es noch einfacher haben möchte, kann bereits fertigen Ackerschachtelhalm-Extrakt verwenden. Er ist im Fachhandel erhältlich.

So wird der Sud eingesetzt

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Der fertige Sud kann in Glasflaschen oder Einmachgläsern aufbewahrt werden und ist so den ganzen Sommer über einsatzbereit.

Der fertige Sud wird mit Wasser im Verhältnis 1:5 gemischt und als Sprühmittel eingesetzt und zwar entweder vorbeugend zur Stärkung von Pflanzen oder bei Befall, etwa durch Blattläuse oder Mehltau. Zur Vorbeugung die Pflanzen im Frühling und Sommer etwa einmal wöchentlich gründlich einsprühen, dabei die Blüten auslassen. Befallene Pflanzen an drei aufeinanderfolgenden Tagen behandeln. Grundsätzlich sollte man bei trockenem Wetter und nicht bei praller Sonneneinstrahlung sprühen, am besten am Morgen.

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