Stand: 05.10.2016 11:09 Uhr

So kommen Pflanzen gut durch den Winter

von Helge Masch
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Winterharte Stauden wie Phlox können im Oktober gepflanzt werden.

Wer sich keine Gedanken um den Winterschutz seiner Gartenpflanzen machen möchte, sollte ausschließlich einheimische Pflanzen und Gewächse aus derselben Klimazone pflanzen. Im Oktober können noch winterharte Stauden wie Lupine, Lampenputzergras (mit grünen Blättern), Mädchenauge, Phlox, Gartensalbei, Kornblumenaster und Sträucher wie Zwergsommerflieder gepflanzt werden. Sie benötigen einen sonnigen Platz im Beet, die Ballen müssen vor dem Pflanzen ausgiebig gewässert werden.

Sonnenblumen, Sonnenhüte, Señorita Rosalita und andere Spinnenblumen lassen sich durch Absammeln der Saat und Aussaat im März/April in das nächste Gartenjahr retten.

Kälteempfindliche Pflanzen schützen

Damit sie gut durch den Winter kommen, benötigen kälteempfindliche Pflanzen im Herbst Aufmerksamkeit. Wenn Sie eine der folgenden Fragen klar mit einem "Ja" beantworten können, müssen Sie in Sachen Winterschutz aktiv werden. Die Pflanzen müssen - je nach Sorte - vor Licht, Kälte und Wasser geschützt werden.

  • Kommt die Pflanze aus einer anderen Klimazone?
  • Befindet sie sich in einem Kübel oder Balkonkasten?
  • Ist sie erst nach dem ersten Jahr winterhart?

Kälteempfindliche Pflanzen im Winter schützen

Gefahr durch starke Sonneneinstrahlung

Vielen Pflanzen macht im Winter die starke Sonneneinstrahlung zu schaffen. In den Blättern und Stängeln befinden sich viele mit Wasser gefüllte Zellen. Wenn das Zellwasser gefriert, dehnt es sich aus. Die Zellwände winterharter Pflanzen geben nach, ohne zu reißen. Taut das Zellwasser durch starke Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Wärme auf, gerät der Saftstrom wieder in Fluss. Dies können die gedehnten Zellwände häufig nicht aushalten - sie reißen.

Schutz vor Kälte und Nässe wichtig

Pflanzen aus wärmeren Gefilden brauchen Schutz vor der Kälte. Einige Pflanzen leiden in unserem norddeutschen Winter besonders unter den Niederschlägen. Das kann zu Fäulnis führen. Geschützt werden sollte auch das "Herz", also die Mitte der Pflanze. Denn dort bilden sich im Frühjahr die neuen Triebe.

Rhododendren, Eiben, Skimmien, winterharte Kamelien und Buchsbäume sollten beispielsweise vor den Monaten mit anhaltendem Frost ausreichend gewässert werden. Diese Pflanzen verdunsten auch im Winter Wasser über die Blätter, wenn auch deutlich weniger als im Sommer. Gehen die Pflanzen mit einem trockenen Boden in den Winter, kann es zu Schäden kommen.

Winterharte Stauden und Sträucher vor Frost schützen

Im Topf können auch winterharte Pflanzen erfrieren. Der Frost wirkt von allen Seiten auf das Gefäß ein und lässt das Wasser gefrieren - die Pflanzen vertrocknen. Es kann aber auch passieren, dass die Pflanzen "ertrinken", wenn der gefrorene Ballen im unteren Teil des Topfes das Wasser nicht ablaufen lässt und es durch Regen oder Begießen zu Staunässe kommt. Mit ganz einfachen Tricks lässt sich die Situation für winterharte Pflanzen im Topf verbessern. Wählen Sie am besten Gefäße mit einem großen Erdvolumen.

Luftpolsterfolie als Frostschutz nur bedingt nützlich

Das Einwickeln der Töpfe mit Luftpolsterfolie hilft nur in milden Wintern. Ist der Topf erst einmal komplett durchgefroren, muss die Luftpolsterfolie sofort entfernt werden, sonst speichert sie die Kälte im Topf und verzögert den Prozess des Auftauens. Oberirdische Teile der Pflanzen sollten nie mit Luftpolsterfolie geschützt werden, da sich unter der Folie Schwitzwasser bilden und ein Wärmestau entstehen kann. Beides vertragen Pflanzen nicht.

Vor dem ersten Gießen nach einer Frostphase sollte man überprüfen, ob der Ballen durchgehend aufgetaut ist. Nicht nur aufgrund des Umwelt- und Naturschutzes ist auf Torf im Freilandkübel zu verzichten. Komposterde taut wesentlich schneller auf als Torf.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Garten | 05.10.2016 | 20:00 Uhr

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