Stand: 31.01.2017 17:14 Uhr

Anleitung: Gemüse und Blumen im Haus aussäen

von Helge Masch

Gemüse, Stauden und Sommerblumen, aber auch Zimmerpflanzen können auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogen werden. Diese Möglichkeit gibt es für alle Pflanzen. Bei der Aussaat in Innenräumen herrschen andere Bedingungen als im Freiland.

Samen in der Erde © Fotolia.com Fotograf: fotofabrika

Aussäen - so geht's

NDR 90,3 - Der Garten -

Wer Gemüse und Blumen im Haus vorziehen möchte, sollte einige Dinge beachten. Wir zeigen, wie die Aussaat von Keimlingen garantiert gelingt.

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Saatgut nur bedingt haltbar

Vor allem aber ist die Qualität des Saatguts entscheidend für den Erfolg der Aussaat. Beim Kauf von Saatguttüten sollte man daher auf das Abfülldatum achten. Es sollte nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Zwischen dem Kauf und der Aussaat das Saatgut sollte es am besten im Kühlschrank gelagert werden. So ist gewährleistet, dass der Stoffwechsel im Saatkorn auf ein Minimum reduziert ist. Die Energie, die für den Austrieb benötigt wird, wird dann nicht schon während der Lagerung aufgebraucht.

Saatgut aus eigener Ernte vor dem Einlagern im Kühlschrank trocknen und reinigen. Für die Aufbewahrung eignen sich Dosen, die sich luftdicht verschließen lassen. Die Keimfähigkeit von Saatgut variiert sehr stark. Ananasgewächse behalten ihre Keimfähigkeit zum Beispiel nur etwa fünf bis sieben Tage. Im Jahr 2008 gelang die Keimung von Dattelpalmensaat, die rund 2.000 Jahre alt war. Für den Hausgebrauch gilt: Man muss sich nicht wundern, wenn zwei Jahre altes Saatgut nicht den gewünschten Erfolg bringt. Wer sichergehen will, macht zu zuvor eine Keimprobe.

Die Saat unterscheiden: Lichtkeimer, Dunkelkeimer und Kaltkeimer

Die meisten Pflanzen keimen, wenn das Saatgut in Saatgutstärke mit Substrat - am besten mit Pikier- beziehungsweise Anzuchterde - abgedeckt und bei einer Temperatur zwischen 18 und 25 Grad aufgestellt wird. Bis die Saat keimt, darf sie nicht austrocknen.

Aussaat: Was wird benötigt?

  • torffreies, humoses, aber nur schwach gedüngtes Substrat (Aussaaterde)
  • ein Aussaat-Gefäß mit Löchern im Boden (zwischen 5 und 8 cm hoch)
  • ein Sieb mit einer Maschenweite von circa 0,8 mm
  • eine Gießkanne mit (Haar)-Brause für vorsichtiges Angießen
  • eine durchsichtige Abdeckung (Glas-/Acrylglas-Scheibe oder aufgeschnittene PET-Flasche)

Steht in der Aussaat-Anleitung das Wort Lichtkeimer, benötigt das Saatkorn Licht zur Keimung und darf nicht abgedeckt werden. Geschieht dies versehentlich doch, sinkt der Keimerfolg auf unter zehn Prozent. Dunkelkeimer hingegen benötigen absolute Dunkelheit und können mit einer dickeren Erdschicht abgedeckt werden. Zusätzlich sollte eine lichtundurchlässige Platte oder Folie auf das Aussaatgefäß gelegt werden.

Das Wort Kaltkeimer weist darauf hin, dass nach der oben beschriebenen Aussaat zunächst eine vierwöchige warme Phase (circa 18 Grad) und anschließend eine sechswöchige kühle (5 bis 0 Grad) oder gar eine kalte (0 bis -5 Grad) Phase erfolgen muss, bevor die Saat keimt. Besonders große Saatkörner sollten 24 Stunden in handwarmem Wasser "vorquellen". Einige tropische Pflanzen benötigen sogar deutlich wärmeres Wasser. Dafür eignet sich zum Beispiel eine Thermosflasche.

Schritt für Schritt: So säen Sie richtig aus:

  1. Die Aussaaterde bis zu zwei Drittel in das Aussaatgefäß füllen und leicht andrücken.
  2. Mit durchgesiebter Aussaaterde bis zum Rand auffüllen.
  3. Aussaaterde gerade abstreichen und leicht andrücken. Die Oberfläche muss eben sein, damit das Wasser gleichmäßig versickern kann.
  4. Die Saat gleichmäßig, nicht zu dicht, in das vorbereitete Gefäß streuen. Bei einem hohen Pflanzenbedarf lieber ein größeres oder weiteres Gefäß verwenden.
  5. Je nach Anleitung die Saatkörner mit Aussaaterde gleichmäßig übersieben.
  6. Mit einer Gießkanne mit Haarbrause kräftig angießen.
  7. Die vorbereitete Abdeckung auf das Aussaat-Gefäß setzen.
  8. An einem sonnigen und warmen Ort stellen, zum Beispiel die Fensterbank.
  9. Täglich die Feuchtigkeit kontrollieren. Ist die Aussaaterde oberflächlich abgetrocknet, mit der Gießkanne leicht mit handwarmem Wasser übergießen.
  10. Wenn sich die Keimblätter entfaltet haben, kann die Abdeckung entfernt werden.
  11. Gefäß mit den Sämlingen kühler, aber nicht dunkler stellen.

Damit die jungen Pflanzen kräftig weiterwachsen, sollten sie pikiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Garten | 01.02.2017 | 20:00 Uhr

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