Stand: 20.06.2015 19:37 Uhr  | Archiv

Guter Kaffee muss nicht teuer sein

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Nie gab es so viele Möglichkeiten eine Tasse Kaffee zu kochen - aber welche Zubereitungsmethode ist die beste?

Die Kunst des Kaffeekochens hängt entscheidend davon ab, wie lange das Wasser durch das Kaffeepulver läuft. Läuft es zu kurz, werden hauptsächlich die sauren Bestandteile aus dem Kaffee herausgelöst und der Kaffee wird sauer. Wenn das Wasser zu lange Kontakt mit dem Kaffee hat, wird der Kaffee bitterer, weil die Gerbstoffe mit herausgefiltert werden. Es gilt also, die goldene Mitte zu finden. Aber mit welcher Zubereitungsart?

Der Klassiker: Filterkaffee

Die meisten Deutschen trinken am liebsten Filterkaffee und fast drei Viertel der Deutschen kauft ihr Kaffeepulver im Supermarkt. Oft wird hier allerdings Industrie-Kaffee verkauft, der meist bitter schmeckt, weil die Röstaromen nicht voll ausgebildet sind. Die dazu passenden Filtermaschinen gibt es schon ab 20 Euro. Das beste Geschmackserlebnis erreichen Sie dabei mit einem Porzellanfilter, denn das große Durchlaufloch sorgt für die optimale Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeepulver.

Praktisch: Kaffeekapseln und Pads

In einem Pad ist die Kaffeemenge immer vorportioniert und die Zubereitung ist schnell und einfach. Der Pad ist aus einem biologisch abbaubaren Zellstoff und kann mit allen handelsüblichen Padmaschinen aufgebrüht werden. Eine Maschine gibt es schon ab 50 Euro. Die Pads selbst sind aber vergleichsweise teuer.

Eine Kapselmaschine ist ab 99 Euro zu haben. Rund drei Prozent der Deutschen besitzen eine solche. Der dadurch produzierte Müll ist dafür umso größer. Zwei Milliarden Kapseln verbrauchen allein die drei Prozent, die eine Kapselmaschine besitzen. Ein weiterer Nachteil: Die leeren Kapseln lassen sich schwer recyceln und sind deshalb eine große Belastung für die Umwelt. Zudem können die Kapseln nur mit der entsprechenden Maschine verwendet werden. Als Verbraucher sind Sie also an einen bestimmten Hersteller gebunden.

Frisch gemahlen: Kaffee-Vollautomaten

Mit Kaffee-Vollautomaten ist die Kaffeezubereitung sehr komfortabel. Mit einem Druck auf den Knopf werden die Bohnen frisch gemahlen, das Wasser wird durch das Kaffeepulver gepresst und fertig ist der Kaffee. Auch sonst bieten die meisten Maschinen viele Extras. Der Mahlgrad lässt sich ebenso individuell einstellen wie die Durchlaufzeit und die Füllmenge. Von eher saurem Kaffee bis zu eher bitterem oder einer Mischung, von Cappuccino über Latte Macchiato bis zu Espresso - mit dem Vollautomaten haben Sie viele Möglichkeiten. Allerdings ist die Anschaffung recht teuer. Je nach Ausstattung kosten die Maschinen ab 200 Euro aufwärts.

Die Luxusvariante: Die Siebträger-Maschine

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Siebträger-Maschinen sind etwas für Profis. Die Handhabung ist nicht ganz einfach, aber die Qualität des Kaffees ist meist sehr gut.

Siebträger-Maschinen stehen in fast jeder Kaffeebar und sind die teuerste Variante der Kaffeezubereitung. Meist kosten sie mehrere Tausend Euro. Die Zubereitung ist eine Wissenschaft für sich. Die Qualität des Kaffees hängt unter anderem von Mahlwerk, Mahlmenge, Druck, Durchlaufzeit und Tassenanzahl ab und ist für Laien nicht einfach einzustellen. Hat man alles richtig gemacht, ist die Qualität des Kaffees aber meist sehr gut.

Fazit: Teuer ist nicht gleich gut

  • Pro Tasse am teuersten ist der portionierte Kaffee als Pad oder Kapsel. Außerdem entsteht viel Müll, der schwer zu recyceln ist. Die Maschinen sind dafür relativ günstig zu haben und die Handhabung ist sehr bequem.

  • Ganze Bohnen für Siebträger und Vollautomat kosten in der Rösterei 16 Cent und im Supermarkt ab 9 Cent pro Tasse. Der Preis ist also akzeptabel. Für die Anschaffung muss man aber je nach Ausstattung tief in die Tasche greifen.

  • Am günstigsten ist die Tasse Filterkaffee mit rund 6 Cent. Auch die Maschinen sind sehr preiswert.

Welcher Kaffee am besten schmeckt, ist letztlich Geschmackssache. Mit der richtigen Zubereitung kommt der Kaffeegenuss aber auch bei den kostengünstigeren Varianten nicht zu kurz. Der Hauptfaktor für guten Geschmack bleibt die Qualität der Bohnen. Es lohnt sich also mit Kaffeebohnen und Zubereitungsmethode zu experimentieren, um die beste Variante für sich herauszufinden.

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