Stand: 15.01.2015 16:22 Uhr

Familienzuwachs: Tipps fürs richtige Haustier

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Ein Tier kann der beste Freund sein, braucht aber ausreichend Zuwendung.

"Ich will einen Hund oder wenigstens ein Meerschweinchen." Der Wunsch nach einem Haustier zum Kuscheln und Herumtollen steht bei den meisten Kindern ganz oben auf dem Wunschzettel. Eltern fällt es oft schwer, die Erwartungen zu enttäuschen und geben nach. Allerdings sind Tiere kein Spielzeug, und sie bedeuten auch Arbeit: Haustiere brauchen täglich Futter, Aufmerksamkeit, Pflege und hin und wieder einen Tierarztbesuch.  

Auch wenn sich Kinder noch so sehr einen Hund, eine Katze oder einen Hamster wünschen, sollten Eltern erst nach reiflicher Überlegung darauf eingehen, rät der Deutsche Tierschutzbund. Ist das Tier da, sei die Freude groß. Oft verfliegt diese aber genauso schnell wieder und die Kinder verlieren das Interesse. Darum sollten sich Eltern sicher sein, dass das Kind genügend Liebe, Verantwortungsbewusstsein und Zeit für das Tier hat. Ganz wichtig ist es, im Vorfeld zu klären, wer sich um das Tier kümmert beziehungsweise wer welche Aufgaben rund um das Haustier übernimmt. Denn ein Haustier ist nicht nur kurzzeitig Gast, sondern bleibt meist viele Jahre. Außerdem muss genug Platz und Geld vorhanden sein, um das neue Familienmitglied artgerecht zu versorgen.

Bevor ein Haustier in die Familie einzieht, sollte auch geklärt werden, ob ein Familienmitglied möglicherweise an einer Allergie leidet. Auch wer das Tier in der Urlaubs- und Ferienzeit pflegt, sollte klar sein. Das können die Großeltern oder Freunde sein, aber auch Tierpensionen oder Nachbarn. Wichtig ist, dass den Tieren ihre gewohnten Schlafbehälter und Spielzeuge mitgegeben werden.

Katze, Meerschweinchen oder Hund?

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Meerschweinchen sind zwar klein, dürfen aber keineswegs sich selbst überlassen werden.

Wenn man sich für ein Tier entschieden hat, sollte man beachten, dass das neue Familienmitglied eine Eingewöhnungsphase benötigt. Das gegenseitige Kennenlernen ist wichtig für die ganze Familie und benötigt Zeit. Die meisten Tiere sind nicht von sich aus zutraulich. Sie verlangen viel Zuneigung, Pflege und Beschäftigung, um den Kinderwunsch nach einem Spielkameraden zu erfüllen. Manche Tiere werden trotzdem nie handzahm. 

Kleintiere sind besonders geschätzte Haustiere. Sie sind beliebt bei all denen, die keine Zeit für das Gassigehen haben oder keine Katzen halten mögen. Wenn Kinder sich ein Haustier wünschen, entscheiden Eltern sich zunächst häufig für ein "kleines" Tier. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten rät allerdings zur Vorsicht: Auch Kleintiere benötigen Zeit und Zuwendung. Für Kleinkinder sind sie nicht geeignet, denn sie haben noch keine Vorstellung davon, dass sie einem Tier weh tun können oder dass es sich wehren kann.

Katzen und Hunde sind Tiere für die ganze Familie. Kleine Katzen haben einen ausgeprägten Spieltrieb und sind sehr verschmust. Allerdings sind sie auch eigenwillig und fordern Respekt. Hunde sind ideale Spielkameraden, gelten als treu und sind leichter zum Herumtollen zu motivieren. Allerdings sollte man sich im Vorfeld genau informieren, welche Hunderasse am besten in die Familie passt.

Keinesfalls sollten Sie ein Tier einfach verschenken. Diese Überraschung ruft nicht immer Freude hervor. Es handelt sich schließlich nicht um ein neues Spielzeug, sondern ein Lebewesen. Die ganze Familie muss an der Entscheidung, welches Tier angeschafft wird, beteiligt sein.

Tetanus-Impfung ratsam

Beim Herumtollen von Mensch und Tier kann es zu Bissen oder Kratzern kommen. Außerdem wird kein Tier gern erschreckt oder in die Enge getrieben. Tiere möchten auch nicht gestört werden, wenn sie fressen oder Junge haben. Die Familienmitglieder sollten sich deshalb vorsorglich gegen Tetanus impfen lassen. Da Haustiere Träger von Erregern sein können, sollten sie regelmäßig vom Tierarzt untersucht werden. Jährliche Impfungen verhindern, dass es zu gefährlichen - auf den Menschen übertragbare - Krankheiten kommt.

Tierheim dem Zoofachhandel vorziehen   

Tiere kann man im Zoofachhandel oder von Tierhaltern kaufen. Doch viele Tiere werden - besonders in der Weihnachtszeit - in  Tierheimen abgegeben, weil die Familie mit dem Haustier überfordert  ist.  Tierschutzorganisationen raten, ein Tier aus dem Tierheim zu nehmen. Dort warten Hunderte auf ein liebevolles Zuhause. Zudem sind diese Tiere geimpft und gleichzeitig unterstützen sie den Tierschutz und nicht den Handel mit Tieren.

Was tun bei Tod und Verlust?

Links

Alles über Heimtiere

Der Deutsche Tierschutzbund gibt allgemeine Informationen und stellt die bekanntesten Haustiere und ihre Eigenarten vor. extern

Anschaffung eines Haustiers

Was gilt es zu bedenken und vorzubereiten? Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten gibt Tipps. extern

Haustiere begleiten eine Familie meist nicht länger als ein paar Jahre. Gerade für Kinder ist der Verlust meist sehr schmerzhaft, denn oft ist dies die erste Erfahrung mit dem Tod. Kinder bewältigen solche Erlebnisse auf ihre eigene Weise: Sie malen ein Bild oder sammeln alle Spielsachen des Tieres. Dies hilft den Kindern, den Tod des geliebten Familienmitglieds zu verkraften. Das Bayerische Landesjugendamt rät, nicht sofort einen "Ersatz" anzuschaffen. Das Kind hatte eine besondere Beziehung zu genau diesem Tier. Es wird von selbst sagen, wenn es wieder ein Tier möchte. Ist ein Tier krank, sollten die Eltern das Kind informieren. Es spürt sowieso, wenn mit dem Tier etwas nicht stimmt. Diese Offenheit ist zwar meist schmerzhaft, letztendlich kann das Kind aber den späteren Tod besser verkraften.

Dieses Thema im Programm:

die nordreportage | 01.02.2016 | 18:15 Uhr

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