Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslagemehr
Die Streusalz-Vorräte der Winterdienste gehen zur Neige.
Der Winter hält sich hartnäckig. Eis und Schnee sind zwar auf dem Rückzug, dennoch hat Norddeutschland mit den Folgen zu kämpfen. Autofahrer und Fußgänger müssen immer noch mit glatten Straßen und Gehwegen rechnen. Die Unfallgefahr bleibt weiter hoch, denn Streusalz ist Mangelware. Nach Informationen des NDR schachern die Winterdienste regelrecht um die knappen Reserven. Trotz des eingeschränkten Winterdienstes kam es am Wochenende bislang aber kaum zu Unfällen. Nur vereinzelt gab es Karambolagen, wie die Polizeidirektionen am Sonntag mitteilten. Dabei blieb es jedoch bei Blechschäden. Zum Wochenstart werden aber nicht zuletzt auch wegen der Warnstreiks im Nahverkehr Staus auf den Straßen erwartet.
Vorsicht ist auch bei Schlaglöchern geboten - auch auf einigen Autobahnabschnitten gilt deswegen bereits ein Tempolimit. Auch Busse und Bahnen fahren wegen der Wetterkapriolen weiterhin oft mit Verspätungen.
Mittlerweile ein alltäglicher Anblick: Ausrutscher auf den Fußwegen. (Archivfoto)
Besonders die Hamburger kämpfen mit spiegelglatten Straßen und Fußwegen. Die Eispanzer machen Fußgängern in Hamburg ihre Wege zur Tortur, Stürze inklusive. In Notaufnahmen der Krankenhäusern herrscht Hochbetrieb. Es müssen deutlich mehr Verletzte als an normalen Tagen behandelt werden. Längerfristig geplante Operationen werden nach einem Bericht von NDR 90,3 verschoben, um mehr Betten für Verletzte freihalten zu können.
Die Umweltbehörde kündigte für Montag ein "Eis-Krisentreffen" an, bei dem Vertreter der Bezirksämter, der Finanzbehörde, des Hamburger Verkehrsverbundes sowie der Stadtreinigung zusammenkommen sollen. Es solle nach Lösungen gesucht werden, damit insbesonders die Gehwege schnellstmöglich vom Eis befreit werden, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde.
Die Hamburger Stadtreinigung muss allerdings noch länger auf neues Streusalz warten als gedacht. Nach Informationen von NDR 90,3 kommen die beiden angekündigten Frachtschiffe aus Marokko und Chile erst Mitte Februar an. Der chilenische Frachter werde zunächst 50.000 Tonnen Salz in Rotterdam abladen. Der Hamburger Hafen werde dann mit kleineren Massengutfrachtern angesteuert. Aber ob die Stadt diesmal tatsächlich Salz erhält, ist unklar. Vor ein paar Wochen ging Hamburg leer aus, wie es in dem Bericht weiter heißt.
Um das bundesweit dringend benötigte Streusalz gibt es dem Bericht zufolge derzeit ein wahres Geschacher. Marktkennern zufolge spielen die Händler demnach die Käufer offenbar gegeneinander aus und haben viel mehr verkauft, als sie überhaupt liefern können. Die Hamburger Stadtreinigung wollte die Namen ihrer Vertragspartner nicht nennen.
Mehrere Hundert Hamburger versuchten am Sonnabend vergeblich, sich bei einem der Recyclinghöfe Streugut abzuholen. Die Höfe hatten je zweieinhalb Kubikmeter Split bereitgestellt , jedoch war der Ansturm so groß, dass das Streugut schon am Vormittag aufgebraucht war. Hunderte genervte Hamburger gingen leer aus. "Das Interesse hat uns überrascht", so ein Sprecher des Winterdiensts. Am Montag soll die Aktion fortgesetzt werden - dann will die Stadtreinigung doppelt so viel Split bereithalten.
Auch in Niedersachsen ist Streusalz ein knappes Gut. Am Wochenende gab es nur einen eingeschränkten Winterdienst. Aufgrund einer bergamtlichen Überprüfung könne ein wichtiger Salzproduzent am Sonnabend und Sonntag kein neues Streusalz ausliefern, teilte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Freitag mit. Der Winterdienst war bereits Anfang der Woche wegen knapper Salzreserven zurückgefahren worden. Erst am Montag bekämen die Straßenmeistereien wieder Streusalz, so die Behörde. Die noch vorhandenen Reserven würden deshalb am Wochenende und am Montag so sparsam wie möglich eingesetzt. Dies gelte auch für die Autobahnen. Dort werde je nach Wetterlage gegebenenfalls nur auf dem Hauptfahrstreifen gestreut.
Zudem nehmen die Frostschäden stark zu - auch auf den Autobahnen. Auf der A 28 Leer-Bremen und auf der A 31 bei Emden gilt wegen der Straßenschäden ein Tempolimit von teilweise nur noch 60 km/h.