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Der typische Plattfööt-Sound war zweistimmiger Gesang, begleitet von Akustik- und E-Gitarre.
Sie waren eine Institution in Mecklenburg-Vorpommern: die Plattfööt. Nach mehr als drei Jahrzehnten nimmt das plattdütsche Duo jetzt seinen Bühnenabschied. Völlig unspektakulär: ohne groß angekündigten letzten Auftritt, ohne Interviews, ohne Tränen, ohne Bedauern. Die Plattfööt sagen einfach Tschüss.
Ihr typischer Sound war zweistimmiger Gesang, begleitet von Akustik- und E-Gitarre. Im Dezember noch haben Klaus Lass und Peter Wilke in der Wiehnachts-Plappermoehl von NDR 1 Radio MV gespielt. Sie wollten kürzer treten, das hatten sie immer wieder mal gesagt. Dass es ihr letzter Auftritt sein würde, war damals nicht klar. Die Entscheidung fiel zwischen Weihnachten und Neujahr. Und uns bleiben zur Erinnerung ihre Hits up Platt. Der vom "Isenbahnbohmupundaldreier" oder der "Disco up'n Dörp".
In einer Rostocker Tanzband haben Klaus Lass und Peter Wilke sich kennengelernt, bei Exzentra. In den Pausen zwischen zwei Sets haben die beiden manchmal up Platt vertellt und gesungen. Ihr erster eigener Auftritt als Duo war 1979 in einer Gaststätte in Sternberg. Einer ihrer Schnacks damals: "Wat is denn dat? - Dat ward ierst wat!"
Dat is wat worden: 1980 wurden die Plattfööt offiziell gegründet. Ihren Namen hat Peter Wilke einmal so erläutert: "Er sollte leicht zu merken sein und etwas über uns aussagen. Platt steht für humorvolle Lieder und Fööt für unterwegs sein - mit Platt unterwegs."
Die Plattfööt waren regelmäßig zu Gast beim NDR.
Mit witzigen Songs wurden die beiden schnell bekannt. 1982 erschien ihre erste Platte bei Amiga und sie hatten ihren ersten Hit: "Fru Püttelkow ut Hagenow." Dieses Lied kannte eigentlich jeder, der in der DDR Radio gehört hat. 25 Jahre später wurde Fru Püttelkow in Hagenow sogar ein eigenes Denkmal errichtet. Meine Frage an die Stadtverwaltung: "Wie kam es zu dieser Idee?". Die Antwort: "Fru Püttelkow ist eine bekannte Figur aus der Hagenowschen Folklore". Ein gutes Beispiel dafür, wie ein gutes Lied zum Allgemeingut werden kann.
Dabei hätte die Püttelkow auch in Teterow oder Koserow herumtratschen können. Ihr reales Vorbild war Verkäuferin in Warnemünde und hieß ganz anders. Klaus Lass taufte sie für sein Lied Fru Püttelkow und suchte nun mit Peter Wilke nach einem Ort, der sich darauf reimt. Heraus kam Hagenow. Ein künstlerischer Zufall, dem ein Denkmal aus Bronze gesetzt wurde. Die Erfinder der Fru Püttelkow aber waren zur Enthüllung nicht geladen, denn Volksüberlieferung kennt keine Erfinder.
Zu DDR-Zeiten wurden die Plattfööt auch in Thüringen oder Sachsen gern gehört, und schon damals wurden sie in den Westen eingeladen, etwa in die Aktuelle Schaubude des NDR Fernsehens. Bi uns tohus, Lieder so schön wie der Norden, de Plappermoehl - nach der Wende waren Klaus Lass und Peter Wilke regelmäßig zu Gast in Hörfunk- und Fernsehproduktionen des NDR. Jetzt ist eine Ära zu Ende gegangen.
Wi seggen: Tschüß Plattfööt un schönen Dank!