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Rudi Assauer hat sich zu seiner Alzheimer-Erkrankung bekannt. (Archivbild)
"Ich kämpfe, weiß nur nicht gegen wen!" - dieses Zitat stammt von Rudi Assauer. Der ehemalige Manager des Fußballclubs Schalke 04 hat sich zu seiner Alzheimer-Erkrankung bekannt. Kaum jemand geht so ehrlich und offensiv mit dieser Diagnose um. Aber was genau ist eigentlich Alzheimer? Wie macht sich die gefürchtete Krankheit bemerkbar? Was spielt sich im Kopf der Betroffenen ab? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt.
Generell gilt: wenn Angehörige aus der Familie erkrankt sind, ist das Risiko größer, selbst Alzheimer zu bekommen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass genetische Faktoren eine große Rolle spielen. Auch Vorerkrankungen des Gehirns erhöhen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Aber Alzheimer kann jeden treffen. Die meisten der Betroffenen sind älter als 65 Jahre. In Deutschland leben laut Statistik 600.000 Frauen und Männer mit der Diagnose Alzheimer. Tendenz steigend. Experten gehen davon aus, dass künftig immer mehr Menschen an Alzheimer erkranken. Grund ist der demographischer Wandel. Die Bevölkerung wird immer älter. Einige Wissenschaftler sprechen bereits davon, dass Alzheimer bald eine Volkskrankheit sein wird.
Alzheimer ist eine spezielle Form der Demenz. Das Gehirn schrumpft, da dort sehr viele Nervenzellen absterben. Schuld daran sind spezielle Eiweißmoleküle. Sie lagern sich zwischen den einzelnen Zellen ab und bilden Plaque. Dadurch wird der Informationsfluss verstopft. Die Nervenzellen können keine Informationen mehr aufnehmen, verarbeiten und weiter transportieren.
Alzheimer lässt Nervenzellen absterben. Die Informationsverarbeitung im Gehirn funktioniert deshalb nicht mehr richtig.
Die Betroffenen werden zunehmend vergesslich. Sie wissen beispielsweise Namen oder ihre eigene Adresse nicht mehr. Die Frauen und Männer können sich auch immer schlechter orientieren, finden den Weg zum Supermarkt um die Ecke nicht mehr oder wissen gar nicht in welcher Stadt sie gerade sind. Es gibt viele Warnzeichen, an denen man Alzheimer-Erkrankte erkennen kann. Die Betroffenen wiederholen ständig immer wieder die gleichen Fragen, erzählen immer wieder die gleichen Geschichten. Sie vergessen wichtige Dingen wie zu essen oder zu trinken.
Zudem ist die Krankheit auch kaum behandelbar. Weltweit sind Wissenschaftler damit befasst, einen Impfstoff zu entwickeln. Er soll verhindern, dass die Krankheit ausbrechen kann. Aber diesen Impfstoff gibt es noch nicht. Es gibt auch noch kein Medikament, dass die Krankheit heilt. Alzheimer kann nur verzögert, also aufgehalten werden. Es gibt spezielle Wirkstoffe, die dafür sorgen, dass die Betroffenen langsamer ihre geistige Leistungsfähigkeit verlieren. Allerdings helfen diese Medikamente nur für eine bestimmte Zeit. Nach etwa einem Jahr verlieren sie ihre Wirkung.
Alois Alzheimer wurde am 14. Juni 1864 in Marktbreit in Unterfranken geboren. Er studierte Medizin in Würzburg und Tübingen. Bei der "Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische" in Frankfurt am Main fing er als Assistenzarzt an. Dort behandelte Alois Alzheimer im November 1901 die 51-jährige Patientin Auguste Deter. Ihr Ehemannn brachte sie in die Anstalt, weil seine Frau sich auffällig psychisch verändert hatte. Auguste Deter hatte Stimmungsschwankungen. Sie konnte sich an viele Erlebnisse nicht mehr erinnern und sie war sowohl zeitlich als auch örtlich völlig desorientiert. Auf Fragen antworte Auguste Deter kaum noch. Fünf Jahre später starb Auguste Deter. Alois Alzheimer untersuchte daraufhin das Gehirn der Toten. Auf einer Medizinertagung in Tübingen hielt er einen Fachvortrag mit dem Titel "Eine eigenartige Krankheit der Hirnrinde". Dabei ging Alois Alzheimer von einer eigenständigen Krankheit aus, die er "Krankheit des Vergessens" nannte.