Simon Wills: "The Stolen Smells"
Das Programmheft zur Deutschen Erstaufführung (PDF).
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So sollen sie am 4./5. Februar in "The Stolen Smells" auf Kampnagel zu erleben sein: Bäckermeister Muchtada, seine Tochter Amina und Dichter Djemaal (Figurinen von Kostümbildnerin Susanne Boner).
SIMON WILLS
"The Stolen Smells"
Opera buffa in einem Akt
(Deutsche Erstaufführung, Auftragswerk des NDR)
Komponist Simon Wills
Kann ein Bäcker für den wohltuenden Duft von frisch gebackenem Brot eine Bezahlung von den zufällig vorbeikommenden Passanten verlangen? Anders gefragt: Haben alle Dinge stets auch einen finanziell messbaren Wert?
Mit dieser durchaus modernen Frage hat sich in Simon Wills' neuer Oper "The Stolen Smells" nicht irgendwer, sondern der legendäre Richter für heikle Fälle zu beschäftigen: der biblische König Salomon. Verzweifelt darüber, dass sein berühmtes "Salomonisches Urteil" ein bloßer Zufall gewesen sein könnte, bekommt er in der kuriosen Story dieser Oper gewissermaßen eine zweite Chance.
Der Bäcker Muchtada ist mit der Liebesbeziehung seiner Tochter Amina zu dem armen Poeten Djemaal keineswegs einverstanden und bringt letzteren – um ihn irgendwie loszuwerden – als "Dieb" von Brotduft vor Gericht. Doch dabei hat er seine Rechnung natürlich ohne Salomon gemacht...
Dirigent Thomas Hengelbrock
Nach seiner um das Thema Terrorismus kreisenden Oper "The Secret Agent" widmet sich der englische Posaunist, Dirigent und Komponist Simon Wills (*1957) mit "The Stolen Smells" diesmal einem grotesk-komischen Stoff.
In Koproduktion mit dem Luzerner Theater brachte Thomas Hengelbrock das vom NDR in Auftrag gegebene Werk unmittelbar nach der Uraufführung in Luzern nach Hamburg. Für die Regie der halbszenischen Adaption auf Kampnagel zeichnet – wie in Luzern – Dominique Mentha verantwortlich.
"This is not a plant-your-feet-and-sing-opera", betont Simon Wills. Stattdessen spielen Bewegung, Tanz sowie das kleine (übrigens ohne Violinen auskommende) Orchester eine wichtige Rolle. Die musikalische Struktur dieser Opera buffa bedient sich dabei bekannten Formen der Instrumentalmusik. So sind die einzelnen Bilder der Oper nach Art eines Scherzos, einer Romanze, einer Sonatenform, einer Passacaglia, eines Rondos oder als Variationen mit Fuge gestaltet.
Thomas Hengelbrock Dirigent
Dominique Mentha Regie
Werner Hutterli Bühnenbild
Susanne Boner Kostüme
Christian Kipper Dramaturgie
Patrick Zielke Kadayif, Kerkermeister
Todd Boyce Muchtada, ein Bäcker
Marie-Luise Dressen Sheherezade, seine Frau
Madelaine Wibom Amina, seine Tochter
Carlo Jung-Eyk Cho Djemaal, ein Dichter
Szymon Chojnacki König Salomon
Miriam Timme Prostituierte
Chiharu Sato Händlerin
Lilla Orosz Marktfrau
Koichi Yoshitomi Junger Mann
Marco Bappert Händler
Koichi Yoshitomi Verrückter / Bettler
Wieslaw Grajkowski Gerichtsschreiber

Am 4. Februar brachten Thomas Hengelbrock und das NDR Sinfonieorchester gemeinsam mit dem Luzerner Theaterdie neue Oper von Simon Wills zur Deutschen Erstaufführung.
Lieber ein Feuerwerk anrichten und einfach abfeuern als sich darum sorgen, dass das Schwarzpulver nicht nach dem empfohlenen Rezept gemischt worden sein könnte!