Hélène Grimaud spielt Brahms
Charismatische Künstlerin mit vielen Facetten: Pianistin Hélène Grimaud eröffnet gemeinsam mit Thomas Hengelbrock und dem NDR Sinfonieorchester im September die Aboreihen A und B.
Konzertsinfonie im Sinfoniekonzert - Thomas Hengelbrock hat große sinfonische Werke für den Start in die neue Saison ausgewählt. Als Solistin ist Hélène Grimaud zu Gast beim NDR Sinfonieorchester.
Do, 12.09.2013 | 20 Uhr
So, 15.09.2013 | 11 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle
Thomas Hengelbrock Dirigent
Hélène Grimaud Klavier
JOHANNES BRAHMS
Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15
BÉLA BARTÓK
Konzert für Orchester
Brahms' gescheiterte Uraufführung
Johannes Brahms konnte sein Klavierkonzert Nr. 1 schließlich erst 1859 zur Uraufführung bringen - in Hannover.
Johannes Brahms hat mit seiner Heimatstadt Hamburg zeitlebens nicht die besten Erfahrungen gemacht. Eigentlich sollte auch sein Klavierkonzert d-Moll op. 15 hier 1858 zur Uraufführung kommen, es ergaben sich jedoch für einen anspruchsvollen Künstler untragbare Probleme: "Der einzige brauchbare Flügel wird mir verweigert", nörgelte Brahms. "So froh ich nun einesteils bin, mein Konzert nicht spielen zu brauchen, absonderlich vor unserm teilnahmslosesten Publikum, so ärgert mich doch der Grund, weil – er so echt Hamburgisch ist".
Die Zeiten haben sich zum Glück geändert, und im Konzert des NDR Sinfonieorchesters unter seinem Chefdirigenten Thomas Hengelbrock wird nicht nur ein brauchbarer Flügel auf dem Podium der Laeiszhalle stehen, sondern an ihm auch eine der gefragtesten und charismatischsten Pianistinnen unserer Tage Platz nehmen: Hélène Grimaud.
Bartók: Popularität und Anspruch, Tradition und Moderne
Béla Bartók (1881-1945)
Ist Brahms' Erstes Klavierkonzert eigentlich eine verkappte Sinfonie mit obligatem Klavier, so wird in Béla Bartóks "Konzert für Orchester" gleich auf einen extra Solisten verzichtet. Bartók selbst bezeichnete es als "Symphonie-ähnliches Orchesterwerk" mit der "Tendenz zur 'konzertanten' oder solistischen Behandlung der einzelnen Instrumente oder Instrumentengruppen".
Die fünf vielfarbig instrumentierten Sätze werden von einem rasanten Finale gekrönt, das nicht zuletzt verrät, wie begeistert Bartók von der Jazz-Musik seiner Exil-Heimat Amerika gewesen sein muss. Überhaupt verschrieb er sich in seinem wohl meistgespielten Werk einem Stil, der in perfekter Synthese Popularität und Anspruch, Tradition und Moderne verbindet.
Denken Sie, was ich die Nacht träumte. Ich hätte meine verunglückte Symphonie zu meinem Klavierkonzert benutzt und spielte dieses. Ich war ganz begeistert.