Brahms' Sonaten für Bratsche

Die beiden Bratschensonaten von Johannes Brahms bilden den programmatischen Rahmen der Kammermusik-Matinee mit Dimitar Penkov.

Schwanengesang, melancholischer Rückblick, machtvolles Schlusswort - letzte Werke umgibt eine besondere Aura. Zudem können sie ganz unterschiedlich angelegt sein, wie die 2. Kammermusik-Matinee der Saison zeigte. Gestaltet wurde sie von Dimitar Penkov, Solo-Bratscher der NDR Radiophilharmonie, und seinem Klavierpartner Wolfgang Manz.

2. Kammermusik-Matinee
So, 01.10.2017 | 11.30 Uhr
Hannover, Kleiner Sendesaal des NDR (Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22)

Dimitar Penkov Viola
Wolfgang Manz Klavier
Christian Edelmann Moderation

Die letzten Werke

JOHANNES BRAHMS
Sonate für Viola und Klavier f-Moll op. 120 Nr. 1
MAX REGER
Suite für Viola solo D-Dur op. 131 d Nr. 2
PAVEL HRISTOSKOV
"Dorf-Rhapsodie" für Viola solo
JOHANNES BRAHMS
Sonate für Viola und Klavier Es-Dur op. 120 Nr. 2

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Rücktritt vom Rücktritt

Im Zentrum der Matinee standen die beiden Bratschensonaten, mit denen Johannes Brahms sein Oeuvre beschloss. Als letzte Werke sind sie doppelt interessant, weil sich Brahms eigentlich schon 1891 im kompositorischen Ruhestand befand. Die Begegnung mit dem begnadeten Klarinettisten Mühlfeld bewog ihn zum Rücktritt vom Rücktritt und zur Komposition einiger Werke für Klarinette bzw. Bratsche - darunter auch die Sonaten in f-Moll und Es-Dur.

Neobarocke Studie

Max Regers Solosuite für Viola dagegen wirkt in ihrer Unbeschwertheit wie aus dem Leben gegriffen; und doch starb Reger nur ein Jahr nach der Komposition, im Alter von 43 Jahren. Als Gegenentwurf zu dieser neobarocken Studie präsentiert Dimitar Penkov ein Stück seines Landsmanns Peter Hristoskov, der vor genau hundert Jahren geboren wurde. Hristoskov war ein genialer Geiger, und das hört man seiner Rhapsodie, einem furiosen, ursprünglich für Violine geschriebenen Solosatz, in jedem Takt an.