João Bosco, NDR Bigband & Malin Wättring 4

Mit João Bosco kehrt ein guter Freund und langjähriger Weggefährte zurück zur NDR Bigband. Malin Wättring kommt mit ihrem Quartett erstmalig zum NDR.

João Bosco schrieb schon Musik gegen die brasilianische Militärdiktatur. Im November erhält das Multitalent den Latin Grammy für sein Lebenswerk. Jetzt spielte er erneut mit der NDR Bigband. Malin Wättrings musikalische Sprache überzeugte durch Klarheit - und Mut.

Konzert #5
Do, 14.09.2017 | 20 Uhr
Fr, 15.09.2017 | 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio (Oberstraße 120)

Set 1:
Malin Wättring 4
Malin Wättring Tenorsaxofon, Sopransaxofon
Naoko Sakata Piano
Donovan von Martens Bass
Anna Lund Drums

Set 2:
João Bosco & NDR Bigband: "Senhoras do Amazonas"
NDR Bigband
João Bosco Vocals, Gitarre
Kiko Freitas Drums
Jörg Achim Keller Leitung, Arrangement

Hinweis:
Das Parken auf dem Gelände des NDR ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Es werden Taschenkontrollen durchgeführt.

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Malin Wättring 4: Schwedische Power

Dass sie Saxofonistin werden wollte, wusste Malin Wättring bereits mit neun Jahren, als sie erlebte, wie ihr Vater mit der Bohuslän Big Band Songs von Ray Charles interpretierte. Heute zählt sie zu den gefragtesten Musikerinnen Schwedens, ob im Fire!-Ensemble um Mats Gustafsson, in der JazzBaltica All Star Band oder mit dem eigenen Quartett.

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Malin Wättring (rechts) kommt mit ihrem Quartett nach Hamburg.

Malin, du hast dich schon früh ins Saxofon verliebt, was fasziniert dich daran?

Malin Wättring: Es ist schwer zu erklären, warum man etwas liebt. Man liebt es einfach. Ich spiele meist Tenor, das sehr kraftvoll und ausdrucksstark ist. Es kann lyrisch sein, und dann gibt es auch diesen sehr rohen Klang. Da ist so vieles, was ich daran liebe.

Und was begeistert dich für den Jazz?

Wättring: Mein Vater hat mir den Jazz nahegebracht. Er spielte alle möglichen Instrumente. Für mich ist die Freiheit des Jazz sehr wichtig. Sie ist für mich ein Anker in der Gegenwart. Das Spielen ist ja eine Art Meditation: Du musst "im Augenblick" sein, um dich wirklich ausdrücken zu können. Ich nutze das als Übung für den Alltag: voll "da" zu sein.

In deinem Quartett spielt nur ein Mann mit, sonst ist das Geschlechterverhältnis meist umgekehrt. Ist das Absicht?

Wättring: Nein. Ich versuche, die Personen zu sehen und nicht, ob sie Frau oder Mann sind.

Dein Debüt-Album hast du mit deinem Quartett aufgenommen, aber auch ein Oktett ist darauf zu hören. Kürzlich hast du auch mit der Bohuslän Big Band gearbeitet. Welches Format hast du am liebsten?

Wättring: Im Quartett kennen wir uns alle sehr gut. Wir fordern uns gegenseitig heraus, immer an der Grenze zu spielen. Wir geben uns Raum, aber wir sind auch füreinander da. Das ist die Basis für mich. Das Quartett ist auch Teil des Oktetts, und wir spielten alle beim Projekt mit der Bohuslän Big Band mit. So war es eine Begegnung auf Augenhöhe. Viel besser, als wenn ich allein dirigierend vor der Band gestanden hätte.

Das Interview führte Tobias Richtsteig