SHMF-Abschlusskonzert 2017

Mitreißende Werke sind seine Spezialität: Krzysztof Urbański dirigiert Orffs "Carmina Burana" beim Abschlusskonzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2017.

Es ist gute Tradition, dass das NDR Elbphilharmonie Orchester auch den glanzvollen Abschluss des Schleswig-Holstein Musik Festivals bestreitet. Gute Tradition ist es auch, dass dabei stets ein spektakuläres Werk auf dem Programm steht: Lutosławskis "Konzert für Orchester" erfüllt diese Vorgabe ebenso gekonnt wie Carl Orffs "Carmina Burana". Am Pult steht in diesem Jahr der Erste Gastdirigent des Orchesters Krzysztof Urbański.

Abschlusskonzert SHMF
So, 27.08.2017 | 20 Uhr
Kiel, Sparkassen-Arena (Europa-Platz 1)

Krzysztof Urbański Dirigent
Rosa Feola Sopran
Jürgen Sacher Tenor
Michael Nagy Bariton
Schleswig-Holstein Festival Chor
Nicolas Fink Einstudierung
NDR Jugendsinfonieorchester
NDR Elbphilharmonie Orchester


WITOLD LUTOSŁAWSKI
Konzert für Orchester
CARL ORFF
Carmina Burana

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Chorwerke vom Allerfeinsten

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Komponist Carl Orff gelang mit der "Carmina Burana" ein wahres Meisterwerk von archaisch-elementarer Kraft.

Stimmgewaltig und stimmungsvoll waren die SHMF-Abschlusskonzerte der drei vergangenen Jahre. Mit Mendelssohns "Elias", Verdis "Messa da Requiem" und Haydns "Schöpfung" standen Werke auf dem Programm, die auf der Hitliste großer und bedeutender Chorwerke ganz weit oben rangieren. Das populärste Werk in dieser Serie fehlte allerdings bisher: Carl Orffs "Carmina Burana". 2017 ist es nun soweit – 80 Jahre nach seiner Uraufführung im Juni 1937, in jenem Jahr also, das auch den Tod Ravels markiert.

Am Pult steht mit Krzysztof Urbański nicht nur einer der gefragtesten Dirigenten der jungen Generation, sondern auch der Leonard Bernstein Award-Preisträger des Jahres 2015. "O Fortuna" lautet der Eingangschor von Orffs Werk, und wer damit nichts assoziieren kann, horcht spätestens in Takt fünf auf, denn dort erklingen erstmals jene vier simplen Töne, die wie das Klopfmotiv aus Beethovens "Fünfter" zum Markenzeichen des gesamten Werkes wurden.

Glück und Schicksal

Die Glücks- und Schicksalsgöttin hatte bei Orffs Geniestreich auf jeden Fall die Finger mit im Spiel. "Fortuna hatte es mit mir gut gemeint, als sie mir einen Würzburger Antiquariatskatalog in die Hände spielte, in dem ich einen Titel fand, der mich mit magischer Gewalt anzog:'Carmina Burana'", schrieb Orff 1979, "[…] Bild und Worte überfielen mich". Die mittelalterlichen Texte versetzten Orff in einen wahren Schaffensrausch, an dessen Ende ein Werk stand, dessen archaisch-elementarer Kraft sich bis heute niemand entziehen kann.