Krzysztof Urbański und Truls Mørk

Truls Mørk ist der Solist in Dvořáks "Zehnter Sinfonie", eigentlich sein h-Moll-Cellokonzert.

Er ist der heimliche Star unter den Cellisten und hat den Hype der Medien nicht nötig: Der Norweger Truls Mørk gilt vielen Kennern als einer der Besten seiner Zunft. Im Dezember war er in Hamburg.

Fr, 19.12.2014 | 20 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle

Krzysztof Urbański Dirigent
Truls Mørk Violoncello

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Ouvertüre zu "Coriolan" op. 62
ANTONÍN DVOŘÁK
Cellokonzert h-Moll op. 104
WITOLD LUTOSŁAWSKI
Konzert für Orchester

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Mørks zugleich feinfühliges wie kraftvolles Spiel vereint mit der geballten Energie des designierten Ersten Gastdirigenten des NDR Sinfonieorchesters, Krzysztof Urbański, am Dirigentenpult – das war ein Konzerterlebnis der Extraklasse.

Gipfel der Celloliteratur

"Oben näselt es, unten brummt es." Mit dieser lapidaren Einschätzung bekundete Antonín Dvořák einst sein – gelinde gesagt – mäßiges Interesse am Violoncello. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet er sollte mit seinem h-Moll-Konzert einen unübertroffenen Klassiker des romantischen Repertoires für dieses Instrument schreiben.

Den Beinamen der 'zehnten Symphonie’ Dvořáks verdient sich dieses Instrumental-Konzert nicht weniger als seine Beliebtheit beim Publikum und bei den größten Interpreten. Kurt Honolka über Dvořáks Cellokonzert

Unter Cellisten ist Dvořáks Werk nicht irgendein Cellokonzert, sondern schlichtweg DAS Cellokonzert. Seinen einprägsamen Melodien und gewaltigen sinfonischen Entladungen, seiner fesselnden Virtuosität und überwältigenden Emotionalität kann sich niemand entziehen. Selbst Johannes Brahms war neidisch: "Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann?", soll er nach einem Blick auf die Partitur ausgerufen haben.

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Krzysztof Urbański: Seine Art des Dirigierens entfesselt eine fast physisch wahrnehmbare Energie.
Klassiker der polnischen Moderne

Das polnische Repertoire ist Krzysztof Urbański eine Herzensangelegenheit. Eines der vielleicht wichtigsten Werke seines Heimatlandes entfaltet unter seinen Händen ein Höchstmaß an rhythmischem Furor, folkloristischem Farbreiz und gewaltiger Klangmassierung: Witold Lutosławskis "Konzert für Orchester".

Uraufgeführt 1954 in Zeiten des politischen Tauwetters, ebnete es der polnischen Moderne den Weg zur weltweiten Anerkennung. Berühmt geworden sind insbesondere die Anfangsakkorde des Stücks: Sie dienten – die Älteren werden sich erinnern – viele Jahre als Titelmelodie von Gerhard Löwenthals "ZDF-Magazin".