Igor Levit in der Lübecker MuK

Ausnahme-Pianist Igor Levit begann bereits mit drei Jahren, sein Instrument zu spielen.

Wenn von Igor Levit die Rede ist, überschlägt sich die Presse mit Superlativen: Für den "faszinierendsten jungen Pianisten der heutigen Klassikszene" hält ihn die Süddeutsche Zeitung. Und die ZEIT konstatiert: "Wo er spielt, hinterlässt er Verblüffte." Im Februar war Levit mit dem NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Chefdirigent Thomas Hengelbrock zu Gast in der Hansestadt an der Trave.

Fr, 26.02.2016 | 19:30 Uhr
Lübeck, Musik- und Kongresshalle (Willy-Brandt-Allee 10)

Thomas Hengelbrock Dirigent
Igor Levit Klavier
NDR Sinfonieorchester

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur
JOHANNES BRAHMS
Sinfonie Nr. 3 F-Dur

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Gastspiel eines Beethoven-Anwalts

Soll man es mutig, dreist oder schlichtweg genial nennen? Für seine Debüt-CD entschied sich der damals 26-jährige Igor Levit im Jahr 2013 ausgerechnet für Ludwig van Beethovens letzte fünf Klaviersonaten, also gewissermaßen für den Gipfel im steinigen Gebirge des Klavierrepertoires. Prompt folgte die Auszeichnung mit einem ECHO 2014.

Kartenvorverkauf

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tips & Tickets
Willy-Brandt-Allee 10
23554 Lübeck
Tel. (0451) 790 44 00

Und Levit wandelte weiter auf Beethovens Spuren: Bei der Schubertiade Schwarzenberg begann er 2013 einen großen Beethoven-Sonatenzyklus, beim City of Birmingham Symphony Orchestra debütierte er 2014 mit Beethovens 4. Klavierkonzert. Auch bei seinem Konzert mit dem NDR Sinfonieorchester spielt der 1987 in Russland geborene und u. a. an der Musikhochschule in Hannover ausgebildete Pianist ein Werk seines favorisierten Komponisten: Beethovens Zweites Klavierkonzert, das chronologisch eigentlich dessen Erstes ist.    

Ratio und Emotio

Beethoven, der Titan der Wiener Klassik, war für viele nachgeborene Komponisten Vorbild und Hemmschuh zugleich. Noch Anfang der 1870er-Jahre meinte etwa der skrupulöse Johannes Brahms, er werde "nie eine Symphonie komponieren", da er "immer einen Riesen [Beethoven] hinter sich marschieren" höre. Nachdem er mit seiner Ersten das Eis gebrochen hatte, folgten dann aber zum Glück noch drei weitere Sinfonien.

Die seltener gespielte Dritte ist zugleich die vielleicht faszinierendste: Bei aller rationalen Logik, mit der Brahms diese Sinfonie aus einem winzigen Baustein entwickelt, lässt sie gleichwohl "Poesie", "harmonischste Stimmung" und "geheimnisvollen Zauber" - so Clara Schumann - nicht vermissen. Im Gegenteil: Selten hat sich Brahms wohl so bedingungslos einem Gefühl hingegeben wie im berühmten dritte Satz. 

Weiterer Konzerttermin

Heimspiel für Igor Levit

28.02.2016 20:00 Uhr

Heimspiel für Levit: Der an der Musikhochschule Hannover ausgebildete Ausnahme-Pianist spielte bei seinem Konzert mit dem NDR Sinfonieorchester Beethovens Klavierkonzert Nr. 2. mehr