Heimspiel für Igor Levit

Der Ausnahme-Pianist Igor Levit absolvierte sein Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover mit der höchsten Punktzahl in der Geschichte des Instituts.

Wenn von Igor Levit die Rede ist, überschlägt sich die Presse mit Superlativen: Für den "faszinierendsten jungen Pianisten der heutigen Klassikszene" hält ihn die Süddeutsche Zeitung. Und die ZEIT konstatiert: "Wo er spielt, hinterlässt er Verblüffte." Bei seinem Heimspiel in Hannover konzertierte Levit mit dem NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Chefdirigent Thomas Hengelbrock.

So, 28.02.2016 | 19.30 Uhr
Hannover, Kuppelsaal (Theodor-Heuss-Platz 1-3)

Thomas Hengelbrock Dirigent
Igor Levit Klavier
NDR Sinfonieorchester

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur
JOHANNES BRAHMS
Sinfonie Nr. 3 F-Dur

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Heimspiel eines Beethoven-Anwalts

Soll man es mutig, dreist oder schlichtweg genial nennen? Für seine Debüt-CD entschied sich der damals 26-jährige Igor Levit im Jahr 2013 ausgerechnet für Ludwig van Beethovens letzte fünf Klaviersonaten, also gewissermaßen für den Gipfel im steinigen Gebirge des Klavierrepertoires. Prompt folgte die Auszeichnung mit einem ECHO 2014.

Weiteres Konzert

Igor Levit in der Lübecker MuK

26.02.2016 19:30 Uhr

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Und Levit wandelte weiter auf Beethovens Spuren: Bei der Schubertiade Schwarzenberg begann er 2013 einen großen Beethoven-Sonatenzyklus, beim City of Birmingham Symphony Orchestra debütierte er 2014 mit Beethovens 4. Klavierkonzert. Auch bei seinem Konzert mit dem NDR Sinfonieorchester spielt der 1987 in Russland geborene und u. a. an der Musikhochschule in Hannover ausgebildete Pianist ein Werk seines favorisierten Komponisten: Beethovens Zweites Klavierkonzert, das chronologisch eigentlich dessen Erstes ist.    

Ratio und Emotio

Beethoven, der Titan der Wiener Klassik, war für viele nachgeborene Komponisten Vorbild und Hemmschuh zugleich. Noch Anfang der 1870er-Jahre meinte etwa der skrupulöse Johannes Brahms, er werde "nie eine Symphonie komponieren", da er "immer einen Riesen [Beethoven] hinter sich marschieren" höre. Nachdem er mit seiner Ersten das Eis gebrochen hatte, folgten dann aber zum Glück noch drei weitere Sinfonien.

Die seltener gespielte Dritte ist zugleich die vielleicht faszinierendste: Bei aller rationalen Logik, mit der Brahms diese Sinfonie aus einem winzigen Baustein entwickelt, lässt sie gleichwohl "Poesie", "harmonischste Stimmung" und "geheimnisvollen Zauber" - so Clara Schumann - nicht vermissen. Im Gegenteil: Selten hat sich Brahms wohl so bedingungslos einem Gefühl hingegeben wie im berühmten dritte Satz.