Eschenbach dirigiert Hindemiths Requiem

Christoph Eschenbach war von 1998 bis 2004 Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters und ist seither regelmäßiger und gern gesehener Gast in Hamburg.

Gemeinsam mit dem NDR Chor und dem RIAS Kammerchor führen Christoph Eschenbach und das NDR Elbphilharmonie Orchester im Januar Paul Hindemiths Requiem über die Worte Walt Whitmans in der Elbphilharmonie auf.

Do, 18.01.2018 | 20 Uhr
Fr, 19.01.2018 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen jeweils um 19 Uhr im Großen Saal

Christoph Eschenbach Dirigent
Gerhild Romberger Alt
Matthias Goerne Bariton
RIAS Kammerchor
NDR Chor
NDR Elbphilharmonie Orchester

FRANZ SCHUBERT
Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 "Unvollendete"
PAUL HINDEMITH
When Lilacs Last in the Dooryard Bloom’d –
A Requiem for Those We Love

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Für die Musik von Paul Hindemith hat Christoph Eschenbach sich beim NDR Elbphilharmonie Orchester wiederholt eingesetzt. Eine gemeinsam eingespielte Hindemith-CD erhielt 2014 einen Grammy Award. Nun hat Eschenbach ein Werk von Hindemith aufs Programm gesetzt, das zwei große US-Präsidenten ehrt.

Ein amerikanisches Requiem

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Gerhild Romberger wird gemeinsam mit Bariton Matthias Goerne die Solopartien in Hindemiths Requiem singen.

Die Textvorlage zu "When Lilacs Last in the Dooryard Bloom’d – A Requiem for Those We Love" bilden Worte, die der Dichter Walt Whitman dem Gedenken an Abraham Lincoln widmete. Geschrieben wurde Hindemiths Trauermusik im Andenken an Franklin D. Roosevelt. Ursprünglich hatte Hindemith geplant, dem Werk in Anspielung an Brahms' "Deutsches Requiem" den Titel "Amerikanisches Requiem" zu geben; schließlich beließ er es bei dem poetischen, bei Whitman entlehnten Titel. Unter US-Kritikern galt Hindemiths Requiem gleichwohl als ein "profundes amerikanisches Werk".

Geniales Scheitern

Den Ausdruck von Trauer und Hoffnung hören viele Interpreten auch in Schuberts "Unvollendeter" heraus. Die Sinfonie gehört zum absoluten Kernrepertoire der deutschen Romantik. Nachdem er bis dahin mit leichter Hand bereits sechs Sinfonien komponiert hatte, brachte das Jahr 1821 für den jungen Franz Schubert ungeahnte Schwierigkeiten: Dreimal setzte er in diesem Jahr an, eine Sinfonie zu komponieren, dreimal gab er das Projekt unfertig wieder auf.

Das berühmteste Zeugnis dieses genialen "Scheiterns" ist unter dem Namen "Unvollendete" in die Musikgeschichte eingegangen. Warum Schubert die Komposition abbrach, darüber rätseln bis heute die Gelehrten. Das Stück mag unvollendet geblieben sein, zu einer vollständigen Sinfonie hätten noch zwei weitere Sätze gehört, doch die Musik ist vollkommen.