Hengelbrock dirigiert Mahlers Neunte

"Aller Abschied ist schwer" - diese banale Redewendung wird in Gustav Mahlers Neunter Sinfonie zum tief berührenden Hörerlebnis. Wie viel Stille und Entschleunigung kann man eigentlich ertragen?

Screenshot: Hengelbrock dirigiert Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 9. © NDR

Hengelbrocks Klassik: Mahlers Neunte

"Es ist ein unglaubliches Stück", so Thomas Hengelbrock, Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters über Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 9. Es erfülle die Zuhörer gar mit neuer Lebenskraft.

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Do, 18.02.2016 | 20 Uhr
So, 21.02.2016 | 11 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

Einführungsveranstaltungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn
Sonntagsmusik für Kinder ab 5 am 21. Februar um 11 Uhr

Thomas Hengelbrock Dirigent
NDR Sinfonieorchester

GUSTAV MAHLER
Sinfonie Nr. 9 D-Dur

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Ergreifender Abgesang

Geradezu unerhört viel Zeit nimmt sich Mahler, das Hauptmotiv des letzten Satzes immer weiter in die Breite zu ziehen, in unendlicher Langsamkeit verstummen zu lassen. Ein einzigartiger, sprachlos machender Sinfonieschluss! Und einer mit symbolischer Bedeutung: Das Motiv, das hier so konsequent gedehnt wird, ist eine Standard-Floskel romantischer Musik. Der sogenannte "Doppelschlag" begegnet uns in Dutzenden Werken von Chopin bis Wagner. Es ist, als wären wir Zeugen, wie diese geliebte Tradition nun vor unseren Ohren ihr Leben aushaucht und einer neuen musikalischen Ära Platz macht …

Sinfonie des Abschieds

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Gustav Mahler erlebte die Uraufführung seiner 9. Sinfonie nicht mehr. Sie fand im Juni 1912, gut ein Jahr nach Mahlers Tod, in Wien statt.

Kein Wunder, das Theodor W. Adorno Mahles Neunte einmal als das "erste Werk der Neuen Musik" bezeichnete. Es scheint, als wolle der Komponist hier bewusst die Tradition auflösen. Die alten Formen und die große romantische Geste sind nur mehr als vage Erinnerungen spürbar.

Als letzte vollendete Sinfonie weist die Neunte zudem schicksalhaft auf Mahlers eigenes Ende voraus. So ist diese Sinfonie - wie es Willem Mengelberg formulierte - Mahlers Werk des Abschieds "von allen, die er liebte und von der Welt und von seiner Kunst, seinem Leben, seiner Musik".

Der erste Satz ist das Allerherrlichste, was Mahler geschrieben hat. Es ist der Ausdruck einer unerhörten Liebe zu dieser Erde, die Sehnsucht, in Frieden auf ihr zu leben. Alban Berg über Mahlers Neunte Sinfonie
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