A Universe of Sound: 20th Century Percussion

Das Schlagquartett Köln, das sind (von links) Boris Müller, Dirk Rothbrust, Achim Seyler und Thomas Meixner. Im Percussion-Konzert in der Elbphilharmonie treffen sie auf ihre Kollegen des NDR Elbphilharmonie Orchesters.

Mit dem 20. Jahrhundert begann die große Zeit für Schlagzeuger. Jahrhunderte lang hatten sie in der europäischen Kunstmusik bestenfalls eine Nebenrolle inne. Anfang des 20. Jahrhunderts änderte sich das grundlegend. Die Schlagzeuger des NDR Elbphilharmonie Orchesters, das Schlagquartett Köln und weitere Gäste präsentieren beim dritten Internationalen Musikfest Hamburg Klassiker und Highlights aus ihrer Goldenen Ära sowie die Uraufführung eines neuen Stückes von Enno Poppe.

Im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg
Sa, 05.05.2018 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Schlagzeugensemble des NDR Elbphilharmonie Orchesters 
Schlagquartett Köln
mit vielen Gästen

EDGAR VARÈSE
Ionisation
MAURICE OHANA
Études chorégraphiques
FRANK ZAPPA
Black Page
KARLHEINZ STOCKHAUSEN
Zyklus für einen Schlagzeuger
ENNO POPPE
Neues Werk (Uraufführung, Auftragswerk des NDR)
ALBERTO GINASTERA
Cantata para America Magica op. 27

In Kooperation mit NDR das neue werk

Tickets In meinen Kalender eintragen

Schwarze Seite und Löwengebrüll

Bild vergrößern
Komponist Edgard Varèse im Dezember 1954 im Studio 10 des NDR.

Frank Zappas "Black Page" ist bis heute die ultimative Nagelprobe für die Virtuosität jedes Drummers. Für die Ausführbarkeit dieses irrwitzigen Stückes sahen die ersten Spieler schwarz. Denn die Blätter der Partitur sind mit Noten so dicht bedruckt, dass das Stück eben den Namen "Schwarze Seite" erhielt. Den Startschuss für die große Zeit der Schlagzeugmusik feuerte Anfang der 1930-Jahre Frank Zappas Vorbild Edgard Varèse ab; in "Ionisation" entwarf er erstmals eine Musik, die nur aus Rhythmus und Klangfarben besteht. Neben dem Klavier kommen hier alle erdenklichen Perkussionsinstrumente, zwei Sirenen und das "Löwengebrüll" zum Einsatz.

Groove und "Offene Form"

Ein großer Freund der Avantgardisten war Maurice Ohana nicht: "Fürst der Himmel und der Musik, bewahre mich vor Akademikern, die richten, verdammen und sich gegenseitig rühmen, Meister der Avantgarde zu sein", so eine seiner ironischen Äußerungen. Ohanas Musik kann schließlich auch richtig grooven. Seine vier Etüden für vier Schlagzeuger komponierte der Franzose 1955 im Auftrag des NDR. Karlheinz Stockhausen spielte mit "Zyklus für einen Schlagzeuger" 1959 die Möglichkeiten einer "offenen Form" durch. Jeder Interpret muss sich seinen eigenen Weg durch die Partitur aus acht losen Blättern bahnen; einen festgelegten Anfang und ein Ende gibt es nicht. Die Instrumente sind kreisförmig um den Schlagzeuger herum aufgebaut, und so dreht der Spieler sich im Durchgang durch "Zyklus" einmal um sich selbst.