Stand: 18.09.2009 09:00 Uhr

Daniel Müller-Schott spielt Schumann

Daniel Müller-Schott spielt Schumann
von Daniel Müller-Schott und das NDR Sinfonieorchester 
Vorgestellt von Marcus Stäbler
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Daniel Müller-Schott

Das romantische Repertoire liegt dem Cellisten Daniel Müller-Schott ganz besonders am Herzen. Das demonstriert er auch auf seiner aktuellen CD: Gemeinsam mit dem NDR Sinfonieorchester unter Leitung von Christoph Eschenbach spielt er das bekannte a-Moll-Konzert von Robert Schumann, ein selten aufgeführtes Konzert des Schumann-Zeitgenossen Robert Volkmann und zwei kürzere Stücke von Richard Strauss und Max Bruch.

Die Liebe zum Schumann-Konzert

Zur Programmauswahl der CD erzählt der Künstler selbst:
"Zunächst einmal gibt es eine besondere Verbindung zu dem Schumann-Konzert, es war nämlich für mich das erste Cellokonzert, das ich in meinem Leben überhaupt gehört habe und das für mich der Anlass war, Cello zu lernen. Im Alter von fünf Jahren war ich im Münchner Herkulessaal und habe eine Probe gehört mit dem Schumann-Cellokonzert. Das hat mich so nachhaltig beeindruckt, dass ich auch Cello lernen wollte. Später habe ich dann, so im Alter von 17 Jahren, angefangen mit der Partitur, habe das studiert und mit kleineren Orchestern aufgeführt und über die Jahre eine Liebe zu dem Schumann-Konzert enztwickelt. Ich halte das für eines der persönlichsten Werke für Cello und Orchester und führe das immer wieder sehr gerne auf."

"Ein bisschen hat sich meine Interpretation über die Jahre auch gewandelt. Ich bin einerseits auf der Suche nach den lyrischen Momenten, dieser Poesie in der Musik, will aber auch die Kontraste und die Schärfen herausbringen, die dem ganzen auch den nötigen Charakter geben. Das ist auch etwas, was ich mit dem Werk über die Jahre entwickelt habe."

Das Volkmann-Konzert - "Der Renner beim Publikum"

"Eine meiner Leidenschaften ist es, in den Archiven zu wühlen und zu sehen, welche Werke noch nicht so bekannt sind und in damaliger Zeit oft gespielt wurden. Da bin ich auf das Volkmann-Konzert gestoßen, das nur sieben Jahre später komponiert wurde, nach dem Schumann-Konzert. Ich habe viel über das Konzert gelesen und studiert. Und das erstaunliche ist, dass es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts total populär war. Es war der Renner beim Publikum, es wurde oft aufgeführt; alle Cellisten haben es bearbeitet und oft im Konzert gespielt. Ab 1910 ist das Werk völlig in Vergessenheit geraten - und dann kam das Schumann-Konzert. Das wurde dann viel mehr gespielt und sehr viel mehr geschätzt. Diese Geschichte fand ich sehr spannend, und ich wollte (...) aufräumen mit den ganzen Bearbeitungen vom Volkmann-Konzert; es wurde erst einmal die Urfassung aufgenommen. Ich habe zusammen mit einem Volkmann-Experten, Daniel Christlein, die Urfassung wieder hergestellt. Das ist also eine Aufnahme der Urfassung, die drei bis vier Minuten länger ist als die Fassung, die man bisher kannte."

Konzerte von Robert Schumann und Robert Volkmann sowie "Kol Nidrei" von Max Bruch und die Romanze von Richard Strauss
Daniel Müller-Schott
Violoncello
NDR Sinfonieorchester
Leitung:
Christoph Eschenbach

Daniel Müller-Schott spielt Schumann

Label:
Orfeo
Veröffentlichungsdatum:
18. September 2009