Englisches Opernglück: "King Arthur"

Das Gabrieli Consort & Players ist eines der international führenden Ensembles für Historische Aufführungspraxis.

Paul McCreesh und sein vielfach preisgekröntes Ensemble Gabrieli Consort & Players werden Purcells Meisterwerk zur Aufführung bringen: ein unvergleichliches Hörvergnügen.

Di, 24.04.2018 | 20 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

19 Uhr: Einführungsveranstaltung im Kleinen Saal

Gabrieli Consort & Players
Paul McCreesh Leitung

HENRY PURCELL
"King Arthur"
Semi-Opera zu einem Schauspiel von John Dryden
(Fassung: Paul McCreesh und Christopher Suckling)
Konzertante Aufführung

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Oper ist nicht gleich Oper

In England glaubte man schon damals, es besser zu wissen. Opern zu spielen, wie es auf dem Kontinent Mode geworden war, kam um das Jahr 1700 für die angelsächsischen Bühnen erst gar nicht infrage – man setzte lieber auf eine ganz eigene Theaterkunst, eine kühne Mixtur aus Schauspiel und Musik, angereichert mit Tanzeinlagen und allerlei optischen Zaubereffekten.

Schauspiel um den sagenhaften britischen König

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Der britische Musikwissenschaftler und Leiter des "Gabrieli Consort & Players" Paul McCreesh ist bekannt für die Energie und Leidenschaft, die er der Musik verleiht.

Henry Purcells "King Arthur", der 1691 am Londoner Dorset Garden uraufgeführt wurde, gründet in dieser Tradition. Die eigentliche Handlung um den sagenhaften britischen König wird als fünfaktiges Schauspiel dargeboten, doch wird sie gespiegelt durch musikalische Tableaux, die sogenannten Masques. Und was Purcell dort bietet, gehört zum Feinsten.

Französische Tanzrhythmen zur britischen Weihefeier

Streng kontrapunktische Sätze im Stil eines Anthems treffen auf kraftvolle, fanfarenhafte Chöre, ein derb-bäuerliches Trinklied mündet direkt in die seraphische Huldigung an die "Fairest Isle" Britannien, und die ausgreifende Frost- Szene mit ihren Tremoli und chromatischen Rückungen ist wohl eines der suggestivsten und klangsinnlichsten Musikstücke, die überhaupt je komponiert wurden.

Die Partitur illustriert und kommentiert das dramatische Geschehen – und mitunter konterkariert sie es auch. Oder wie ist es zu verstehen, dass Purcell ausgerechnet zur nationalen britischen Weihefeier mit einer Folge französischer Tanzrhythmen aufwartet?