Theatrum mundi: Sinovsky & B'Rock

Entstanden aus dem Bedürfnis nach einer Verjüngung der Welt der Alten Musik, zeichnet sich das Baroque Orchestra B'Rock durch eine unvoreingenommene Einstellung und Flexibilität gegenüber Repertoire und Musizierstil aus.

Das flämische Baroque Orchestra B'Rock wird für seine mitreißenden und klangsatten Interpretationen gerühmt - auch mit diesem Programm wird es unter der Leitung des russischen Multitalents Dimitry Sinkovsky ein packendes Theatrum mundi präsentieren.

Do, 15.02.2018 | 20 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

19 Uhr: Einführungsveranstaltung im Kleinen Saal

Baroque Orchestra B'Rock
Dmitry Sinkovsky Violine und Leitung

JOHANN JOSEPH FUX

  • Ouvertüre Nr. 4 D-Dur
  • Concerto D-Dur "Le dolcezze e l’amarezze della notte"
ANTONIO VIVALDI
  • Concerto F-Dur per molti instrumenti RV 569
  • Concerto D-Dur"Per la Solennità di San Lorenzo" RV 562
HEINRICH IGNAZ FRANZ BIBER
Battalia a 10 D-Dur
GEORG PHILIPP TELEMANN
Konzert A-Dur "Die Frösche" TWV 51:A4

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Lebenspralle Instrumentalmusik: Von Fröschen, Vögeln, Traumwelten...

In der barocken Instrumentalmusik ging es oft ganz lebensprall und auch handfest zu. Bei Georg Philipp Telemann etwa durften in einem Violinkonzert schon mal die Frösche quaken, ausdrücklich bezeichnet als "Solofrosch" in der Violine und als ganzer "Froschchor" im Tutti.

Sein österreichischer Kollege Johann Joseph Fux hielt es lieber mit den Vögeln, genauer gesagt: mit Nachtigall, Wachtel und Kuckuck, die er in seiner D-Dur-Ouvertüre imitierte und sie singen, schlagen und rufen ließ. Oder er zeichnete ein atmosphärisch dichtes Genrebild der Nacht, mit all ihren Reizen und ihren Abgründen – der Auftritt des Nachtwächters öffnet die Traumwelt.

...und einer "liederlichen Gesellschaft von allerley Humor"

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Der russische Geiger Dimitry Sinkovsky ist Leiter des Baroque Orchestra B'Rock. Inzwischen macht er auch als Countertenor Furore.

Kriegerische Klänge stimmte dagegen Heinrich Ignaz Franz Biber in seiner "Battalia" an, die jedoch weit mehr ist als eine Schlachtenmusik: Biber erweist sich hier als Meister der grotesken Komik, wenn er im zweiten Satz eine "liederliche Gesellschafft von allerley Humor" portraitiert und im Finale die verwundeten Musketiere lamentieren dürfen. In Reinkultur aber zelebriert Antonio Vivaldi das Prinzip des barocken Konzerts mit Wettstreit und Dialog, Widerrede und Zwiegesang: abwechslungsreich und leidenschaftlich, poetisch und funkensprühend.