"Abstracts from Norway" in Berlin

Mit seiner Experimentierfreude sorgt Geir Lysne seit letzter Saison als Chefdirigent der NDR Bigband für Begeisterung bei Publikum und Musikern.

Gemeinsam mit Chefdirigent Geir Lysne bringt die NDR Bigband beim Jazzfest Berlin den Farbenreichtum des aktuellen norwegischen Jazz von Arrangeuren wie Helge Sunde oder Erlends Skomsvoll auf die Bühne. Sängerin Solveig Slettahjell, Gitarrist Eivind Aarset oder Pianist Helge Lien setzen weitere musikalische Glanzlichter.

Jazzfest Berlin
Do, 02.11.2017 | 20 Uhr
Berlin, Haus der Festspiele (Schaperstraße 24)

NDR Bigband
Geir Lysne Komponist, Arrangeur, Dirigent

Karten erhalten Sie montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer: (030) 25 489 100.

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Von den Fjorden in die urbanen Welten

Bilder aus einem Reisebüro-Prospekt sind das eine. Die Bilder jedoch, die als Erinnerung mit sich trägt, wer an einem Ort lebte, sind etwas ganz anderes. Das eine sind Klischees, kollektive Vorstellungen, die ein Detail, einen Blick, ein Panorama, eine Lichtstimmung für das Ganze nehmen. Das andere bezieht sich ebenfalls auf Details, doch sind sie individueller und zugleich allgemeiner, gegenwärtiger und zugleich tiefer verwurzelt - und vor allem: erlebt und wahr.

Wenn Geir Lysne beim Jazzfest Berlin mit der NDR Bigband "Abstracts from Norway" präsentiert, erstrahlen auch die Sounds des norwegischen Jazz in einem neuen Licht. Die Fjordlandschaften und die Frage nach den Wurzeln einer von Einsamkeit geprägten Folklore treten hier in den Hintergrund, und statt ihrer nimmt Lysne die Gegenwart des norwegischen Jazz in den Fokus. In der weltweit bestens vernetzten und überwiegend urbanen aktuellen Szene Norwegens, findet er reichhaltiges Material.

Glanzlichter des norwegischen Jazz

In den bald fünf Jahrzehnten, seit Musiker wie Jan Garbarek oder Terje Rypdal Norwegen als den Hotspot eines neuen, genuin skandinavischen Klangs auf die Weltkarte des Jazz setzten, ist die norwegische Szene in einer enormen Vielfalt angewachsen. Und genau dieser Vielfalt und dem für diese Szene charakteristischen Willen zur Kooperation über stilistische Grenzen hinweg bereitet Lysne mit diesem Programm die Bühne. Statt seine eigenen Kompositionen in den Mittelpunkt zu rücken, gibt er Arrangeuren wie Helge Sunde oder Erlends Skomsvoll, die mit Bands wie dem Ensemble Denada bzw. dem Trondheim Jazz Orchestra ihr Können unter Beweis gestellt haben, die Möglichkeit, ihre Musik mit der NDR Bigband zum Funkeln zu bringen.

Solisten wie die Sängerin Solveig Slettahjell, der Gitarrist Eivind Aarset oder der Pianist Helge Lien sind dann für die musikalischen Glanzlichter zuständig. Lysne beschränkt sich in diesem Projekt darauf, wie ein Kurator aus verschiedenen Blickwinkeln ein kaleidoskopisches Bild zusammenzustellen und so auszubalancieren, dass die Dynamik und der Farbenreichtum des aktuellen norwegischen Jazz spürbar werden.