Stand: 18.10.2016 17:47 Uhr

Brisante Momente der Musikgeschichte

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Die neue Wissensreihe von NDR Kultur thematisiert unter anderem Protestsongs.

"Musik.Macht.Politik": Eine Sinfonie, die ihre Zuhörer aufrüttelt, eine Sammlung von Liedern, die das Publikum sprachlos zurücklässt, Protestsongs, die Massen mobilisieren. Musik bewegt Menschen. Musik spaltet und eint. Musik macht Politik. Die Wissensserie bei NDR Kultur erzählt von den brisanten Momenten der Musikgeschichte und von den Kämpfen, die mit Noten geführt wurden. Sie erzählt von Visionären, die sich eine bessere Welt erträumten - auf Notenpapier, am Klavier oder mit elektrischer Gitarre.

Die zehn Folgen führen ins Deutschland der Stunde null, ins umkämpfte Leningrad, auf die Plantagen der amerikanischen Südstaaten oder die Schlachtfelder der Bauernkriege. Dabei reizt NDR Kultur die Möglichkeiten des Mediums Radio voll aus. Auf engem Raum verbinden sich Feature, Hörspiel und akustische Kunst zu dichten radiophonen Kompositionen. Zehn akustische Zeitreisen, die Musikgeschichte erlebbar machen. Zu hören immer dienstags um 9.20 Uhr auf NDR Kultur.

Folge 1: "Luthers Hammerschläge und der Rhythmus der Welt"

Gemälde von Martin Luther. © picture alliance / akg-images Fotograf: akg-images

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Als der Choral "Ein' feste Burg ist unser Gott" in den Bauernkriegen als Kampflied ertönt, hat sein Urheber Martin Luther sich von den Aufständischen längst abgewandt. Für die Reformation wollte er einstehen, nicht für eine Revolution. Durch den gemeinsamen Gesang deutscher Kirchenlieder hat Luther den Gläubigen im Gottesdienst eine Stimme gegeben. Die Choräle des frühen Protestantismus bieten Halt und Heimat, werden zu Hymnen des neuen Glaubens. Luthers Hammerschläge zu Wittenberg haben den Rhythmus der Welt und der Musikgeschichte verändert. Die vielen, die der Utopie eines gerechten Glaubens gefolgt sind, versammelten sich auch im Klang der Musik ihrer neuen Kirche.

Folge 2: "Debussy: Mit Feen, Faunen und Volksmusik gegen das großdeutsche Reich"

Claude Debussy um 1908 © Wikimedia Commons / Bloom6132 Fotograf: Félix Nadar

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Als junger Mann war Claude Debussy noch nach Bayreuth gepilgert, verfolgte, wie viele Pariser Bohemiens des ausgehenden 19. Jahrunderts, mit glänzenden Augen die monumentalen Musikschauspiele Richard Wagners. Mit der Zeit aber entfernt sich Debussy von seinem deutschen Idol, sucht andere musikalische Wege. Er strebt nach dem Ideal einer eigenen französischen Musik, die eine echte Alternative darstellt zur allgegenwärtigen deutschen Romantik. Opulenz, Wucht und perfekter Struktur setzt er sein luftiges Spiel mit Formen und Farben entgegen. Es ist aber erst das Großmachtstreben des ungeliebten Deutschen Kaiserreichs, das Debussy zu einem echten musikalischen Nationalisten werden lässt. Als schließlich der Erste Weltkrieg ausbricht, kämpft Debussy verzweifelt für Frankreich, nicht an der Front, sondern in seinen Partituren.

Folge 3: "Soundschlacht um Vietnam"

Joan Baez singt einem Marsch für Menschenrechte in Washington am 28. Feburar 1963 "We Shall Overcome". © U.S. Information Agency. Press and Publications Service. (ca. 1953 - ca. 1978) Fotograf: Unbekannt

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Als US-Präsident Johnson im August 1964 verkündet, dass Amerika in Vietnam Krieg führt, entlädt sich die aufgestaute Aggression auch in amerikanischen Jugendzimmern. Die Kinder des Wohlstands revoltieren, wenden sich ab von der Generation ihrer Eltern. Dabei ist es die Popkultur, die dem vielstimmigen Protest eine gemeinsame Sprache gibt. Man demonstriert im Rhythmus der Flower-Power-Hits. Protesthaltung wird zur Massenkultur. Die Gegenreaktion lässt nicht lange auf sich warten. Wackere Country-Recken und konservative Pop-Stars singen zum Gegenangriff. Während des Vietnamkriegs tobt der Kampf auch auf dem Plattenteller.

Folge 4: "Dmitri Schostakowitschs Sinfonie gegen den Faschismus"

Ölgemälde mit einem Portrait des Komponisten Dmitrij Schostakowitsch  Fotograf: akg-images

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Eine unwirkliche, bewegende Szenerie: Als Leningrad im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Truppen belagert wird, klingt Musik durch den Lärm der Detonationen und Sirenen. Dmitri Schostakowitsch hatte seinen Teil zum Kriegsgeschehen beigetragen - als Feuerwächter auf dem Dach des Konservatoriums und als Komponist einer Sinfonie gegen den Faschismus. Nach gefeierten Aufführungen in Moskau, London und New York gelingt es endlich, die Orchesterpartituren ins blockierte Leningrad zu bringen. Das Konzert wird mit Lautsprechern in der ganzen Stadt ausgestrahlt und ist in allen sowjetischen Rundfunksendern zu hören.

Folge 5: "Der Soultrain in die Mitte der Gesellschaft? Black Music in Amerika"

Billie Holiday auf der Bühne mit der für sie typischen weißen Gardenie im Haar. © picture alliance / Everett Collection Fotograf: CSU Archives / Everett Collection

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Es war ein weiter, beschwerlicher Weg von den Baumwollplantagen der Südstaaten ins Weiße Haus in Washington. Noch bis zum Wahltag am 4. November 2008 schien es unmöglich, dass Amerika je von einem schwarzen Präsidenten geführt werden könnte. Ihren Platz in die Mitte der Gesellschaft fanden die Schwarzen der USA auch durch die Dominanz ihrer Musik. Seit die Sklaven auf den Feldern in Spirituals und Gospels Kraft suchten, erklang Black Music beim Kampf für gleiche Rechte. Jazz, Blues, Soul und Hip-Hop sind verantwortlich für Amerikas Führungsposition in der Popmusik. Schwarze Musik entstand aus Protestkultur und führte zum gesellschaftlichen Aufstieg.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | NDR Kultur Wissen | 01.11.2016 | 09:20 Uhr