Opernkonzert

Sergej Prokofjew: "Der Spieler"

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 20:00 bis 22:30 Uhr

"Roulettenburg" - was für ein Name für einen fiktiven Kurort, in dem Fjodor Dostojewskis spielsüchtige Romanfiguren um ihr Glück, ihre Liebe, ihr Leben spielen. Dachte Dostojewski an berühmt-berüchtigte deutsche Spielerorte wie Wiesbaden, Bad Homburg oder Baden Baden, als er diesen autobiografisch geprägten Roman "Der Spieler" schrieb, der Weltruhm erlangte? Und beschrieb Sergej Prokofjew, als er diesen Roman zur Oper machte, in seiner Figur Alexej den russischen Schriftsteller?

Szenen aus der Premiere von "Der Spieler"

Begeistertes Publikum in der Wiener Staatsoper

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Simone Young studierte Komposition sowie Klavier in Sydney und begann dort auch 1985 ihre Karriere als Dirigentin.

In der vergangenen Woche feierte die Wiener Staatsoper mit der ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Premiere ihren Start in die Saison: Die in der westlichen Welt immer noch vergleichsweise selten aufgeführte Oper "Der Spieler" von Sergej Prokofjew begeisterte das Publikum. In einer Neuinszenierung, wie sie auch einmal an der Staatsoper Hamburg hätte stattfinden können - denn am Wiener Pult stand die ehemalige Hamburger Intendantin und GMD Simone Young, und Regie führte eine ihrer Lieblingsregisseurinnen, Karoline Gruber.

Simone Young am Pult der Wiener Philharmoniker

Simone Young sagte in einem Interview mit der Wiener Staatsoper, sie habe sich ihr Leben lang immer wieder mit der sehr eigenen Musiksprache Prokofjews auseinandergesetzt und sei schon vor Jahren von der Berliner Produktion des "Spielers" unter Daniel Barenboim sehr fasziniert gewesen. Sie liebe Opern, deren Libretti von den Komponisten selbst stammten, wie in diesem Fall, und da sie seit Jahren intensiv russisch lerne, sei ihr auch die Auseinandersetzung mit dem Originaltext sehr wichtig, auch mit Dostojewskis Roman, den Simone Young ausgiebig unter die Lupe genommen hat, um die unterschwellig mitschwingenden Emotionen zu verstehen. Simone Young empfindet diese Oper "Der Spieler" als "ungemein faszinierendes Werk", "sehr anspruchsvoll", mit vielen "raschen Wendungen" und einer auffallend vom Französischen inspirierten Klangfarbenmischung, dabei sei der "Spieler"  eine sehr genaue Milieu- und Menschenstudie aus russischem Blickwinkel.

Ausführende

General a.D.: Dmitry Ulyanov
Polina: Elena Guseva
Alexej: Misha Didyk
Babulenka: Linda Watson
Marquis: Thomas Ebenstein
Blanche: Elena Maximova
Mr. Astley: Morten Frank Larsen
Fürst Nilsky: Pavel Kolgatin
Baron Wurmerhelm: Marcus Pelz
Potapitsch: Clemens Unterreiner
Casino-Direktor: Alexandru Moisiuc