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junge Frau hört mit einem iPod Musik © picture-alliance/dpa-Report Fotograf: Gero Breloer
 

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Matthes und Kleist: Seelenverwandte

Ulrich Wickert im Gespräch mit Ulrich Matthes

Im Zusammenhang mit dem Schauspieler Ulrich Matthes greifen Kritiker gern zu wahrlich starken Worten. Von "intellektuellem Feuer", "nach innen brennenden Augen", "verstörendem, expressiven Spiel" wird mit glühender Verehrung geschrieben. Es scheint, als sei der an der Welt zweifelnde, sich stets selbst suchende Dichter Heinrich von Kleist eine Art Seelenverwandter von Matthes. In der Tat bezeichnet der Schauspieler Kleist als "unseren Zeitgenossen".

Der Dramaturg Hermann Beil hat aus Briefen Kleists den Abend "Geschichte einer Seele" kreiert. Anlässlich des 200. Todestags des Dichters und nach über 100 Aufführungen am Wiener Burgtheater und an der Berliner Schaubühne spielt Matthes den Abend nun zum ersten Mal in Hamburg - am 17. November im Thalia Theater.

Das Spiel und das Existenzielle

Als Sohn des Berliner Journalisten Günther Matthes wuchs Ulrich Matthes wohlbehütet und in einem diskussionsfreudigen Umfeld auf. Bereits als Kind trat er in Fernsehfilmen auf. Schauspielunterricht erhielt er bei Else Bongers, in Berlin damals eine Institution, die schon Hilde Knef, Günther Lamprecht und Götz George auf die Bühnenbretter geleitete. Rasch machte er seinen Weg an die großen deutschsprachigen Theater. Er war in Düsseldorf, Berlin, Wien, Hamburg und München engagiert, spielte in Filmen wie "Der Untergang", "Winterschläfer" und wurde mehrfach zum "Schauspieler des Jahres" gewählt.

Er ist auch einer der renommiertesten Hörbuch-Interpreten: einfühlsam, klug und besonders intensiv ist sein Umgang mit Heinrich von Kleists Leiden an sich und der Welt. Und doch ist alles auch Spiel, erschaffen aus Intuition und Berührung: "Das Spiel und das Existenzielle, das liebe ich so an diesem Beruf", so Matthes.

Über die besondere Verbindung zu Kleist, verwandte Seelen, Theater und Spiel spricht Wickert mit Matthes in Wickerts Bücher.

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