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Lars Brandt spricht mit Ulrich Wickert über seinen Krisen-Roman "Alles Zirkus".
Zwei Menschen, eine Liebe und tausend verschiedene Erwartungen ans Leben: Lars Brandt erzählt in "Alles Zirkus", seinem neuen Roman, von Trixi und Walter, vom Lieben, Leben und Sichauseinanderleben in Zeiten der Krise. Diese nämlich, die Krise der Finanzen und Währungen, macht den Werbefachmann Walter ganz verrückt, der Untergang ist nahe, meint er. Und mit der Kraft seiner Worte versucht er alle - oder wenigstens seine Frau - aufzurütteln.
"Bitteres Gerede, nichts als verbale Galle", denkt hingegen Trixi, die in ganz anderen Sphären schwebt: Sie arbeitet nämlich gerade an einem Dokumentarfilm über einen vergessenen Maler und kann das kunstferne Krisengerede gar nicht gebrauchen. Walter, der Unverstandene, kommt sich vor wie ein lachhafter Clown, und er könnte Recht haben.
Lars Brandt wurde 1951 als zweiter Sohn Willy Brandts geboren: "Er gab, was er zu geben hatte, auf seine Art", schrieb er vor sechs Jahren in seinem viel beachteten, wegen seiner Stille und Tiefe weithin bewunderten Buch "Andenken" über seinen berühmten Vater. In diesem Buch, geschrieben als "geistige Zuwendung auf meinen Vater hin", kommt Lars Brandt zu dem Ergebnis, dass er es "bei allen Problemen" nicht schlecht gehabt habe als Sohn dieses berühmten Mannes. "Wir beide hatten die Fähigkeit, uns nicht gegenseitig zu behindern."
Seit Mitte der 70er-Jahre arbeitet Lars Brandt als freier Künstler "an der Schnittstelle von Bild und Wort". Er schrieb Gedichte, stellte Bilder aus und drehte Dokumentarfilme. Sein Romandebüt gab er vor vier Jahren mit "Gold und Silber". Was Brandt sich nun bei seinem Krisen- und Zirkus-Roman gedacht hat, darüber spricht Ulrich Wickert ausführlich mit ihm.