Der Teufel vielleicht

Ulrich Peltzer liest aus seinem bisher unveröffentlichten Roman

Der Autor Ulrich Peltzer am 27.10.2007 in Berlin-Kreuzberg. © dpa / picture-alliance Fotograf: Doris Spiekermann-Klaas Detailansicht des Bildes Am Sonnabend liest Ulrich Peltzer aus seinem noch nicht fertiggestellten Roman. Den Frankfurter Poetikvorlesungen im vergangenen Jahr hat Ulrich Peltzer ein Zitat des Schriftstellerkollegen Rolf Dieter Brinkmann vorangestellt. Es lautet: "Was nützen mir historische Ruinen? Ich will mehr Gegenwart." Dennoch: Auf historische Zusammenhänge hat Peltzer in seinen Romanen nie verzichtet. Gegenwart ohne Geschichte, davon zeugen seine Bücher, ist undenkbar.

In "Bryant Park" hat er die Anschläge auf das World Trade Center mit eingearbeitet. Damals lebte er in New York. In dem Roman "Teil der Lösung" verzahnen sich Terrorismusgeschichten der 70er-Jahre mit Widerstandsaktionen gegen den Staat im Jahr 2007. Das Private ist wieder das Politische. Oder umgekehrt: Das Politische ist das Private.

Wieviel ist ein gutes Leben wert?

In seinem neuen, noch in der Entstehung begriffenen Roman stellt Peltzer die Grundfrage: "Welchen Preis ist man bereit für ein gutes Leben zu zahlen?" Es geht um drei Figuren: Jochen, ein deutscher Salesmanager; Angelika, eine Ostdeutsche, die heute in Amsterdam lebt und bei einer Reederei angestellt ist; und Fleming, der in der Internationalen Sicherheitsbranche arbeitet. Seine Rolle ist nicht leicht zu durchschauen. An einer amerikanischen Universität hat er in den 70er-Jahren studiert, war dort an politischen Aktivitäten beteiligt, aber auch am Drogenhandel. Mittlerweile agiert er überwiegend in Sao Paolo.

Der Titel "Der Teufel vielleicht" nimmt Bezug auf ihn und ist eine Anspielung auf den Film "Le Diable probablement" von Robert Bresson aus dem Jahr 1977. Dabei geht es gleichermaßen um die Figur des Mephisto wie um die filmartige Erzählweise, die Peltzer durch die Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Christoph Hochhäusler schon mehrmals in Form von Drehbüchern umgesetzt hat. Und es geht um eine Vorliebe für das Krimi-Genre.

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Gedeckter Frühstückstisch © Bildagentur Huber Fotograf: Scat, Stefano
 

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