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Der chinesische Künstler Ai Weiwei
Feature von Peter Moritz Pickshaus
Produktion: WDR/NDR 2013
War der "Verdächtige Nummer 1.7" - der heutige Megastar der Kunstszene Ai Weiwei.
Bei seiner Verhaftung im Jahr 2011 wird Ai Weiwei ein schwarzer Sack über den Kopf gestülpt. Darauf in weißen Schriftzeichen: Verdächtiger #1.7. Der Chinese Ai Weiwei ist ein Megastar der Kunstszene, Blogger, Architekt, Photograph, Filmemacher, konzeptionell arbeitender Künstler. Von seiner psychischen Disposition her ist er Konfliktverschärfer. Im Westen wird sein Name gleichgesetzt mit dem Kampf eines Einzelnen für Gedankenfreiheit und Demokratie. In China ist Ai Weiwei offiziell tabu.
Als Logistiker ist er ebenso kompetent wie als Unternehmer: für seine Ausstellung in der Tate Modern in London beschäftigt er über zweieinhalb Jahre 1.600 Menschen. Sie fertigen aus Porzellan 100 Millionen handbemalte Sonnenblumenkerne. In der maoistischen Propaganda symbolisieren Sonnenblumen den Gehorsam der Massen gegenüber dem Staatslenker. Denn die Pflanze richtet ihre Blüten nach dem Stand der Sonne aus. Ai Weiwei ist eine Kristallisationsfigur. Von den staatlichen Organen wird er als moralisch korrupt diffamiert. Neben Steuerhinterziehung werden ihm Pornographie und Bigamie vorgeworfen.

Im Westen gilt er als Kämpfer für Gedankenfreiheit und Demokratie. In China ist Ai Weiwei offiziell tabu. Ein Künstlerporträt.