Über die nahe und ferne Geschichte

von Timm, Uwe

Martina Kothe im Gespräch mit Uwe Timm

Uwe Timm © dpa Detailansicht des Bildes Uwe Timm 1940 in Hamburg geboren, hat Uwe Timm zunächst eine Kürschnerlehre gemacht und arbeitete auch einige Jahre in diesem Beruf. Auf dem zweiten Bildungsweg holte er dann 1963 das Abitur nach und studierte im Anschluss Philosophie und Germanistik. Nach der Promotion 1971 begann Timm seine literarische Laufbahn. Er veröffentlichte ein vielseitiges Werk aus Romanen, Erzählungen, Essays, Hörspiel- und Drehbüchern, preisgekrönten Kinder- und Jugendbüchern und Lyrik. Die Novelle "Die Entdeckung der Currywurst" und das Kinderbuch "Rennschwein Rudi Rüssel" gehören wohl zu seinen populärsten Veröffentlichungen.

Kunstvolle Verschränkung

Feinsinnig, nachdenklich und reflektiert nimmt sich Timm in vielen seiner Erzählungen der nahen und fernen deutschen Geschichte an. Er analysierte mehrfach die Wurzeln autoritärer Systeme; so auch in der sehr persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte: In "Am Beispiel meines Bruders" zeichnet der Autor ein Psychogramm seines älteren Bruders, der in die Waffen-SS eintrat und sein kurzes Leben im Zweiten Weltkrieg verlor. Das Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern hat Timm inzwischen allerdings eingestellt: Für jedes seiner vier Kinder schrieb er ein Buch; 1990 wurde ihm der Jugendliteraturpreis verliehen. Seine letzte große Auszeichnung, den Heinrich-Böll-Preis, erhielt der Autor im vergangenen Jahr für seine "kunstvolle Verschränkung von Historischem mit Poetischem" - so hieß es in der Begründung.

Er redet wie ein Hamburger, lebt in München und ist oft in Berlin: Über sein Leben und die Sinnlichkeit des Schreibens spricht Timm auf NDR Kultur.

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junge Frau hört mit einem iPod Musik © picture-alliance/dpa-Report Fotograf: Gero Breloer
 

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