Fünf Deutschland und ein Leben

von Stern, Fritz

Alexander Solloch im Gespräch mit Fritz Stern

Der amerkianische Historiker und Schriftsteller Fritz Stern, aufgenommen am 13.10.2007 auf der Internationalen Frankfurter Buchmesse. © dpa - picture-alliance Detailansicht des Bildes "Fritz Stern ist nicht nur als Historiker hoch angesehen - er hat sich, wie kaum ein anderer dafür eingesetzt, dass wir Deutschen durch Aufklärung, Auseinandersetzung und Aussöhnung mit unserer schwierigen jüngsten Geschichte ins Reine kommen." Mit dieser Begründung des Jury-Vorsitzenden Theo Sommer ist Fritz Stern am vergangenen Sonntag in Hamburg mit dem von der "ZEIT"-Stiftung und der Marion Dönhoff-Stiftung ausgelobten "Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung" ausgezeichnet worden. Ein schöner Anlass für den renommierten deutsch-amerikanischen Historiker, für ein paar Tage New York zu verlassen und das Land seiner Geburt zu besuchen.

Wie war das möglich?

Im damals preußischen Breslau kam Fritz Stern 1926 zur Welt. Seine Eltern waren vom Judentum zum Protestantismus übergetreten und ließen auch ihre Kinder taufen. 1938 flohen sie vor dem Rassenwahn der Nationalsozialisten und emigrierten in die USA. Dort wurde Fritz Stern 1947 eingebürgert. Er wurde Amerikaner, aber natürlich ließ ihn Deutschland emotional nie los. Wie konnte das passieren? Wie konnte in einem scheinbar so zivilisierten, kulturell so reichen Land das Böse an die Macht gelangen? Warum ist von einem Land wie diesem Terror und Verwüstung ausgegangen? Diese Fragen beschäftigen Fritz Stern bis heute. Seit seinem Geschichts-Studium an der Columbia-University in New York hat er Antworten gesucht und als Hochschullehrer an mehreren amerikanischen Universitäten und als Autor brillant geschriebener, viel gelesener und preisgekrönter Bücher wie "Kulturpessimismus als politische Gefahr", "Gold und Eisen" und "Das feine Schweigen" vermittelt.

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