Cellisten
Fotografien von berühmten Cellisten - vorgestellt auf NDR Kultur.mehr
Mischa Maisky gilt als Künstlerpersönlichkeit abseits jeglicher Konventionen, der mit seinem ungewöhnlichen Erscheinungsbild und seinem expressiven Spiel Staunen und Begeisterung hervorruft. Allüren sind ihm fremd und sein Spiel vermittelt eine Authentizität, die nur selten im Konzertsaal zu erleben ist. Am 10. Februar 2010 wird Mischa Maisky zusammen mit den Moskauer Virtuosen in der Laeiszhalle Hamburg mit Haydns Cellokonzert C-Dur zu hören sein.
Mstislaw Rostropowitsch pries Mischa Maisky einst als "herausragendes Talent in der jüngeren Cellisten-Generation". 1966 gewann der gebürtige Lette den ersten Preis beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau, 1973 den Gaspa-Cassadó-Wettbewerb in Florenz und 1981 schließlich den Rostropowitsch-Wettbewerb in Paris. Seither spielte er als Solist mit den bedeutendsten Orchestern und in wechselnden hochkarätigen Kammermusikformationen u.a. mit Gidon Kremer, Radu Lupu und Valery Afanassiev. Zusammen mit Martha Argerich feierte er jüngst sein 30-jähriges Bühnenjubiläum mit einer gemeinsamen Konzerttournee.
Doch das Leben von Mischa Maisky verlief nicht immer so geradlinig, wie es auf den ersten Blick erscheint: Als seine Schwester 1969 nach Israel auswanderte, wurde er im Alter von 21 Jahren verhaftet und für drei Jahre in ein Arbeitslager eingewiesen. Erst 1972 wurde ihm die Ausreise nach Israel genehmigt. Mischa Maisky selbst sieht sich inzwischen als Weltbürger: "Ich spiele ein italienisches Cello, mit einem französischen Bogen, österreichischen und deutschen Saiten, meine Tochter wurde in Paris geboren, ich fahre ein japanisches Auto, trage eine schweizerische Uhr, eine indische Halskette - kurz gesagt, ich sehe mich als Kosmopolit."
In der Sendung "Klassik à la carte" spricht Margarete Zander mit Mischa Maisky über ein außergewöhnliches Leben und eine Karriere, die ihresgleichen sucht - ab 13 Uhr auf NDR Kultur.