Klassik à la carte
In der Sendung kommen Menschen zu Wort, die etwas zu sagen haben. mehr
Harald Martenstein gilt als einer der besten Kolumnenschreiber deutscher Sprache.
Es muss doch im Kopf des Harald Martenstein ein unablässiges Strömen sich ereignen: ein Strömen von Gedanken, Worten, Ideen, Verrücktheiten, aus dem er dann herausfischt, was er gebrauchen kann. So ungefähr stellt man sich das beim Lesen der meisterlichen Kolumnen aus Martensteins Feder vor. "Es ist vollkommen anders", wirft da aber der Autor selbst ein. "Die Texte müssen natürlich so wirken, als seien sie mit leichter Hand dahingeworfen. Aber ein guter Text unterscheidet sich von einem schlechten nur durch Kleinigkeiten, darum kommt es auf jedes Wort an."
Bislang konnten wir Martensteins Kolumnen nur lesen, im "ZEIT-Magazin", im "Tagesspiegel", in seinen vielen Büchern. Nun aber können wir sie auch hören - ab dem 3. Januar jeden Donnerstag um 17.40 Uhr und Sonnabend um 8.15 Uhr auf NDR Kultur.

Martensteins wöchentliche Bekenntnisse sind jetzt auch auf NDR Kultur zu hören. Wir sprechen mit ihm über Ironie und tiefere Bedeutung.
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Wie hoch mag denn wohl der Anteil der "ZEIT"-Leser sein, die sich das Blatt nur wegen seiner Kolumne kaufen? "85 Prozent", lautet die lapidare Antwort Martensteins. Freudvoll hoch gegriffen, natürlich, aber er darf sich das leisten, gilt er doch - vielleicht allenfalls noch neben Axel Hacke - als bester, elegantester, witzigster Kolumnenschreiber deutscher Sprache. Darüberhinaus hat der 59-jährige gebürtige Mainzer in den vergangenen Jahren als Romanautor Aufsehen erregt: "Heimweg" und "Gefühlte Nähe" stießen sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik auf Anklang.
Warum der Mensch schreiben muss und will und wie er das zu tun beliebt - darüber spricht Martenstein ausführlich in Klassik à la carte, und daneben hören wir mit ihm seine Lieblingsmusik: solche nämlich aufputschenden oder doch immerhin aufmunternden Charakters.