Foyerkonzerte
Große Künstler kamen ins NDR Radiohaus - allein oder in Begleitung. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr
Als ein Fest für die Sinne, so könnte man das Konzert mit Tanja Becker-Bender bezeichnen. Denn es gab nicht nur Beeindruckendes und Vielfältiges zu hören. Sondern auch Tanja Becker-Bender anzusehen, war ein Genuss.
In einem langen schwarzen Kleid trat sie vor ihr Publikum. Und dieses war so raffiniert verziert, dass es trotz der funkelnden Steine, der goldenen Hüftverzierung und dem durchsichtigen schwarzen Stoff an ihren Armen dezent und schlicht wirkte. Passend zu Tanja Becker-Bender, könnte man auch sagen. Denn kaum anders ihr Spiel: intensiv, aufregend, doch so ganz ohne Show oder Übertreibung. Schlicht und dennoch umwerfend.
Von den Doppelgriffen bei Bach, in den ersten zwei Sätzen seiner Solosonate in C-Dur, ging es zu Erwin Schulhoff. Und hier wurde noch einmal mehr deutlich, was Tanja Becker-Benders Spiel ausmacht. Sie atmet mit der Musik und spielt mit diesem Atemfluss. Dadurch singt sie nicht nur auf ihrer Geige, sie spricht, sie deklamiert, klagt, wispert und flüstert.
Ebenso ungekünstelt auch, was Tanja Becker-Bender erzählte. Im Gespräch mit Ludwig Hartmann erfuhr man im lockeren Plauderton Biografisches von ihr und auch von den Komponisten, die sie spielte. Die 33-jährige Geigerin erzählte von ihrer Rolle als junge Professorin in Saarbrücken und inzwischen in Hamburg, von ihrer Begeisterung für Kammermusik und von ihrem langen Weg mit Bach.
Klangfragmente höchster Intensität, sehr komprimierte Musik gab es von György Kurtag, Virtuosität ohne Starrummel mit den Capricen von Nicolo Paganini. Am Ende kehrte Tanja Becker-Bender nach diesen verschiedenen Stilen zurück zu Bach und beendete mit einem getragenen Largo den verzaubernden Konzertabend.