Die großen Stars der Musik

Die lyrische Stimme - Peter Schreier zum 75. Geburtstag

Eine Sendereihe von Elisabeth Richter

Sendetermine:
Teil 1/3: Sonntag, 4. Juli 2010, 18.00 bis 19.00 Uhr
Teil 2/3: Sonntag, 11. Juli 2010, 18.00 bis 19.00 Uhr
Teil 3/3: Sonntag, 18. Juli 2010, 18.00 bis 19.00 Uhr

Peter Schreier ist die bekannteste Stimme der ehemaligen DDR gewesen. Ob es die Passionen und Kantaten von Johann Sebastian Bach waren, ob es die Lieder von Schubert, Schumann und anderen, oder schlichte Volkslieder, ob es die Tenor-Partien in Mozarts Opern waren, Schreier war fast jedem Schulkind bekannt, seine Aufnahmen hörte man in fast jedem Haushalt. Und natürlich nicht nur in der ehemaligen DDR. Schreier ist ohne Zweifel mit dem legendären, tragisch früh verstorbenen Fritz Wunderlich der bedeutendste deutsche, lyrische Tenor der Nachkriegszeit.

Entdeckt von Rudolf Mauersberger

Peter Schreier © picture-alliance / ZB Fotograf: Thomas Schulze Detailansicht des Bildes Peter Schreier Es begann in Meißen, wo Schreier am 29. Juli 1935 geboren wurde. Die Kindheit verbrachte er in Gauernitz, einem Dorf zwischen Dresden und Meißen. Der Vater war Kantor und Lehrer. So war es vorbestimmt, dass die Reise für den zehnjährigen Peter Schreier zunächst nach Dresden führte, in den ebenso traditionsreichen wie berühmten Kreuzchor, wo Rudolf Mauersberger schnell das Talent des Knabenalts erkannte und für ihn Solopartien in Chorwerken - genau passend für seine Stimme - komponierte. Später ließ Mauersberger dann den begabten Zögling die Altarien in Kantaten und Oratorien von Bach singen, so wie es zu Bachs Zeiten üblich war.

Tenor zu werden, das nahm sich der 16-jährige Schreier ganz fest vor. Nach relativ kurzem Studium - erst in Leipzig und dann in Dresden - kam auch bald ein Engagement im Studio der Dresdner Oper. Hier ging man behutsam mit der lyrischen Stimme des jungen Tenors um. Mit dem Ersten Gefangenen in "Fidelio" gab Schreier sein Bühnendebüt. Das war 1959, und schon drei Jahre später feierte man ihn enthusiastisch als Belmonte in Mozarts "Entführung aus dem Serail". Der Wechsel zur Berliner Staatsoper unter den Linden markierte den nächsten Meilenstein in der Karriere. Ab 1964 kamen die ersten Auslandauftritte. Schreier wurde Stammgast bei den Salzburger Festspielen, er gastierte regelmäßig an der Wiener Staatsoper, hatte Engagements an der Mailänder Scala, an der New Yorker Metropolitan Opera, in Hamburg, in München, bei der Schubertiade in Hohenems.

Abschied von der Bühne

Peter Schreier © picture-alliance / dpa Fotograf: Hermann Wöstmann Detailansicht des Bildes Peter Schreier Nach eigenen Worten sah sich Schreier jedoch nie primär als Opernsänger, sondern als Lied- und Oratoriensänger. Als Dresdner "Kruzianer" und als Sohn eines Kantors waren ihm die Oratorien und Passionen von Johann Sebastian Bach von Kindesbeinen an vertraut. Und wer Schreier einmal als Evangelisten in der Matthäus- oder Johannes-Passion gehört hat, der weiß, dass ihm hier - bis heute - nur sehr wenige Tenöre ernsthaft seinen Spitzenplatz streitig machen können.

Im Juni 2000, mit 65 Jahren, verabschiedete sich Schreier von der Opernbühne, im Dezember 2005 trat er zum letzten Mal als Sänger in Bachs Weihnachtsoratorium auf. Als Dirigent ist er weiter aktiv. Schreier ist gewiss kein so universeller Künstler wie sein zehn Jahre älterer Bariton-Kollege Dietrich Fischer-Dieskau, der nicht nur als Musiker, sondern auch als Schriftsteller, Rezitator und Maler wirkte. Aber Schreier hat stets über den Tellerrand des Sängers hinausgeblickt, und sich als Dirigent - vor allem der Oratorien von Bach oder Haydn, aber auch der Opern von Mozart - einen Namen gemacht.

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Violinist Itzhak Perlman bei einem Konzert in Boca Raton, Florida, am 10. März 2007 © dpa Fotograf: Rhona Wise
 
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Eine Violine mit Noten © picture alliance / ZB Fotoreport
 

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