Mit Leidenschaft und Freude

Eine Sendereihe von Margarete Zander

Daniel Hope © Harald Hoffmann/DG Fotograf: Harald Hoffmann Detailansicht des Bildes Daniel Hope gibt im Gespräch einen Einblick in seine aufregende Musikwelt. Dass man als begabter Musiker einen hohen Preis dafür bezahlt Karriere zu machen, ist kein Geheimnis. Die Kindheit und Jugend ist mit vielen Entbehrungen verbunden und das steckt manchem Star dann in den Knochen. Und die Ruhe, die die Stars der Vergangenheit noch hatten, ist im Medienzeitalter lange vorbei. Muss man also heute ein Violinkonzert nach dem anderen mit möglichst renommierten Orchestern spielen? Manches mal hat man erlebt, dass jemand mit 35 ausgebrannt ist, einfach nicht mehr weiß, wo er noch neue Ziele finden soll. Noch mal Beethovens Violinkonzert mit den Wienern oder den Berlinern? Wird dass die Karriere weiter bestimmen?

Gipfel des Glücks

Aber gibt es nicht auch andere Wege, erfolgreich zu sein? Es gibt sie, und sie scheinen wirklich glücklich zu machen. Auch das geht nicht ohne Arbeit. Ein Talent, das einem in den Schoß fällt, will gepflegt und gefördert werden. Wie schön, wenn man aber sieht, dass jemand seinen Weg geht, sich selbst nicht einengen lässt, um an eine vermeintliche Spitze zu kommen, sondern ganz neue Gipfel des Glücks findet.

Daniel Hope wirkt mit allem, was er sagt, leidenschaftlich, erfüllt, neugierig. Er lacht gern und man spürt: Das, was er tut, erfüllt ihn mit einer großen Freude, ist Befriedigung und Herausforderung zugleich. Man traut seinen Augen nicht, wenn man sieht, was er alles schafft.

Mit Musik angesteckt

Geboren ist Hope 1974 in Durban, Südafrika. Der Vater ist Schriftsteller, die Mutter Sekretärin. Sie handelten gegen die Politik der Apartheid und haben Südafrika verlassen. Weil sie die irischen Wurzeln der Familie entdeckte, konnte die Familie in England Fuß fassen. Der Vater schrieb seinen ersten sehr erfolgreichen Roman, die Mutter wurde Managerin von Yehudi Menuhin. Dabei hat Daniel Hope die Yehudi-Menuhin-Schule gehasst und ist schnell wieder ausgestiegen. Aber die Musik hat ihn nicht losgelassen. Der väterliche Freund war ein großes Vorbild, mit ihm hat er bis zu dessen Tod mehr als 60 Konzerte gegeben.

Daniel Hope © picture alliance / dpa-Zentralbild Fotograf: Britta Pedersen Detailansicht des Bildes 2002 wurde Daniel Hope Mitglied des Beaux Arts Trios. Und dann, 1999, nach dem Tod von Menuhin? Es wäre ein Leichtes gewesen, die Karriere auf dem Niveau fortzusetzten, nun mit den großen Dirigenten  der Welt weiterzumachen. Und was mach Hope? Er wird zum Trio-Spieler, mit einem weiteren illustren Lehrmeister: dem Pianisten Menahem Pressler. Es war hart: Eine Hand voller Buntstifte hat Hope vor der ersten gemeinsamen Tournee verbraucht, um die vielen Spielanweisungen des erfahrenen Musikers in die Partitur einzutragen und dann, erst nach etwa einem Jahr, sich selbst einbringen zu können. Er möchte keinen Tag missen. Ist er lieber Kammermusiker oder Solist? "Musiker" - sagt Hope lachend.

Seine Lebensgeschichte ist der Stoff für einen Roman, den er dann auch 2007 selbst veröffentlichte: In seinem Buch "Familienstücke" (2007) erzählt er die Geschichte seiner irisch-deutsch-jüdischen Familie. In Berlin machte er sich auf die Suche nach den Spuren seiner Großeltern, Juden, die zum Christentum konvertiert waren und von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Ein lebenslanger Begleiter

Hope war alles andere als ein Musterschüler. Er war schon immer ein Draufgänger, sein Lieblingsheld war Batman, und er liebte es, in die Rolle des Retters hineinzuschlüpfen. In der Geige fand er sein Medium, verschiedenste Facetten zwischen Bauchgefühl und Verstand darzustellen und in sein "Spiel des Lebens" einzubringen. Ob Straßenmusik oder Konzertmusik, Musik begleitet sein Leben in allen Lagen.

Und weil er mit seiner Kunst nicht nur einsam auf einem Podium stehen möchte, sondern die Menschen gern hautnah erlebt, schrieb er eine warmherzige offensive Einladung an alle, die den Weg ins klassische Konzert noch nicht gefunden haben. Mit seinem Buch "Wann darf ich klatschen?" richtet er sich an alle, die Angst haben, im Konzert mit klassischer Musik etwas falsch zu machen.

Natürlich spielt Hope die Musik unserer Zeit ebenso gern wie die Hits von Mozart und Beethoven. Was ihn heute angeht, kommt ins Programm. Wie findet er seine persönlichen Hits? Was ist der Motor für seine zahlreichen Aktivitäten? Im Gespräch mit Margarete Zander gibt er einen Einblick in seine aufregende Musikwelt.

Sendetermine

  • Teil 1/3: Sonntag, 12. Februar 2012, 18.00 bis 19.00 Uhr
  • Teil 2/3: Sonntag, 19. Februar 2012, 18.00 bis 19.00 Uhr
  • Teil 3/3: Sonntag, 26. Februar 2012, 18.00 bis 19.00 Uhr

CD-Tipps
CD-Cover: Friedrich der Große: Musik aus Sanssouci © Deutsche Grammophon
 

Musik aus Sanssouci

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The Romantic Violinist

Die neue CD des Geigers Daniel Hope: "A Celebration of Joseph Joachim". mehr

Links

Informationen rund um den Geiger Daniel Hope auf dessen Homepage.

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Übersicht
Eine Violine mit Noten © picture alliance / ZB Fotoreport
 

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