- Teil 1/3: Sonntag, 5. Juni 2011, 18.00 bis 19.00 Uhr
- Teil 2/3: Sonntag, 19. Juni 2011, 18.00 bis 19.00 Uhr
- Teil 3/3: Sonntag, 26. Juni 2011, 18.00 bis 19.00 Uhr
Benny Goodman
New York, 16. Januar 1938: In der New Yorker Carnegie Hall, bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich der klassischen Musik vorbehalten, findet ein groß angelegtes Jazz-Konzert statt, das im Radio übertragen wird. Strahlender Mittelpunkt an diesem Abend ist Benny Goodman, der "King Of Swing". Sein Klarinetten-Ton trifft den Nerv des Publikums, das Konzert macht den Jazz über Nacht salonfähig. Das Stück "Sing Sing Sing" in der Version von Goodman aus dem legendären Konzert wird zu einer Hymne der Swing-Ära.
In der Reihe Die großen Stars der Musik stellt NDR Kultur den Klarinettisten und Bandleader vor, der sich genauso elegant im Jazz wie in der Klassik bewegte.
Benny Goodman war nicht nur der Klarinettist mit dem lupenreinen Ton. Sein Erfolgsgeheimnis lag auch in der Art, wie er seine Bands leitete. Er legte Wert auf saubere Bläsersätze und nicht zuletzt auf Disziplin. Als Bandleader war er bei den Musikern gefürchtet - es heißt, dass allein sein Blick strafen konnte. Er galt als arrogant, exzentrisch und ungnädig.
Der Klarinettist Rolf Kühn, der in den 50er-Jahren nach Amerika ging, zwei Jahre lang als Solist für Goodman spielte und sogar für ihn als Bandleader einsprang, wenn er selbst mal verhindert war, erzählt aus seiner Zeit mit dem Star der Swing-Ära: "Er hatte einen ganz starren Blick, wenn er probte. Ein Blick auf einzelne Leute - vielleicht auch auf Leute, die er nicht besonders gut leiden mochte. Die wurden natürlich unsicher. Dieses Starren, das unbewegliche Gesicht. Der Betreffende wusste nicht, spielt er gut, spielt er schlecht? Das war das, was man als 'Goodman-Ray' bezeichnete."
Benny Goodman (Mitte) mit Lionel Hampton am Vibrafon (links) und Steve Allen am Schlagzeug, aus der Dokumentation "The Benny Goodman Story"
Andererseits hob Goodman, ermutigt durch den Jazz-Promoter und engen Freund John Hammond, die Rassentrennung zumindest in seinen Gruppen auf und ließ weiße und schwarze Musiker zusammen spielen. Goodman drohte Veranstaltern, die ein Problem damit hatten, mit der Absage der anstehenden Konzerte.
Der Pianist Teddy Wilson, der Gitarrist Charlie Christian und der Vibraphonist Lionel Hampton waren Musiker, mit denen er vor allem in seinen kleinen Combos intensiv die neuesten Entwicklungen des Jazz wie den Bebop auslotete und dabei mehr Tiefgang zeigte als in seinen sehr viel populäreren, großen Vorzeigebands.