"Ich bin ein glücklicher Mann!"

Eine Sendereihe von Sabine Lange

José Carreras © picture alliance / dpa Fotograf: Christian Charisius Detailansicht des Bildes Nachdem er selbst an Leukämie erkrankte, hat José Carreras eine Stiftung für den Kampf gegen Leukämie gegründet. Nur knapp ist José Carreras dem Tod entkommen, als er Anfang 40 an Leukämie erkrankte und fast ein Jahr in einem amerikanischen Krankenhaus lag. "Nach so einer schweren Krankheit denkt man anders über sein Leben", sagt Carreras heute. "Ich weiß jetzt die kleinen Dinge zu schätzen. Ich freue mich über meine vier Enkelkinder - und genieße noch jeden Auftritt auf der Bühne. Singen ist mein Leben!"

Mit Caruso fing alles an

Vor 65 Jahren ist José Carreras in Barcelona geboren. Als seine Eltern mit dem sechsjährigen Knaben eines Sonntagnachmittags ins Kino gingen, war das ein einschneidendes Erlebnis. Es lief "Das Leben des großen Enrico Caruso" mit Mario Lanza in der Titelpartie. "Dieser Film hat mir einen Kick gegeben! Ich fand die glamouröse Opernwelt beeindruckend." Von Stund an sang der kleine José zu Hause all die Arien, die er in dem Film gehört hatte.

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Seine Eltern, ein Gymnasiallehrer, der unter dem Franco-Regime nicht mehr in seinem Beruf arbeiten durfte und stattdessen als Verkehrspolizist seinen Lebensunterhalt verdienen musste, und eine Friseuse, die sich einen eigenen Salon aufbaute, unterstützten ihn. Sie verhalfen dem Jungen zu Gesangsunterricht, und schon mit elf stand er auf der Bühne des Gran Teatre del Liceu in Barcelona. Auf derselben Bühne gab Carreras 1970 sein professionelles Debüt - als Flavio in Vincenzo Bellinis "Norma".

Gefördert von Caballé und di Stefano

Die Titelpartie sang in dieser Produktion die 13 Jahre ältere, ebenfalls aus Barcelona stammende Primadonna Montserrat Caballé. Sie war begeistert von ihrem Flavio - und forderte von der Intendanz, dieser junge, talentierte Mann solle in ihren nächsten Premieren die Hauptrolle übernehmen. Caballé sprach später gern von Carreras als ihrem "jüngeren Bruder", und der Tenor lobte, Caballé sei eine einzigartige Sängerin: "Nach Maria Callas kommt gleich die Caballé".

Unterstützung fand der junge Carreras auch bei seinem Idol, das er von Schallplatten kannte: Giuseppe di Stefano. Dieser italienische Tenor ermutigte Carreras, als er den Gesangswettbewerb von Parma gewonnen hatte. Und er stellte ihm sein Kostüm zur Verfügung, als Carreras in der Mailänder Scala in Giuseppe Verdis "Ein Maskenball" debütierte. Diese Oper zählt Carreras bis heute zu seinen Lieblingsopern. In den 1970er-Jahren eroberte der katalanische Tenor dann alle bedeutenden Bühnen der Musikwelt. Herbert von Karajan setzte jahrelang ganz auf ihn.

"Ich möchte viel zurückgeben"

Als sich Carreras in Paris bei Dreharbeiten zu Puccinis "La Bohème" schlecht fühlte und sich in einem Krankenhaus untersuchen ließ, erfuhr er von seiner lebensgefährlichen Leukämieerkrankung. Schnell war ihm klar, dass er um sein Leben kämpfen wollte. Tatsächlich gelang es ihm zu überleben - und auf die Bühnen zurückzukehren. Mit seinen Kollegen Placido Domingo und Luciano Pavarotti gründete er das Erfolgsterzett der "Drei Tenöre". Carreras sang auch wieder in der Oper - aber was am wichtigsten für ihn ist: Er gründete eine Stiftung für den Kampf gegen Leukämie. Seit zwei Jahrzehnten sammelt Carreras Millionen, um Forschung und Patientenbetreuung zu fördern.

"Ich habe während meiner Krankheit so viel Unterstützung von Menschen aus aller Welt bekommen, dass ich jetzt viel zurückgeben möchte. Ich hoffe, dass es uns eines Tages gelingt, Leukämie so in den Griff zu bekommen, dass jeder Patient geheilt werden kann."

Sendetermine

  • Teil 1/3: Sonntag, 4. Dezember 2011, 18.00 bis 19.00 Uhr
  • Teil 2/3: Sonntag, 11. Dezember 2011, 18.00 bis 19.00 Uhr
  • Teil 3/3: Sonntag, 18. Dezember 2011, 18.00 bis 19.00 Uhr

Weitere Informationen
Der Tenor José Carreras besucht einen Leukämiekranken im UKE in Hamburg. © dpa-Bildfunk Fotograf: Christian Charisius
 

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Links

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Eine Violine mit Noten © picture alliance / ZB Fotoreport
 

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