Das Gespräch
Im "Gespräch" kommen prominente Zeitgenossen aus Kultur und Gesellschaft zu Wort. mehr
Annette Kulenkampff wird am 1. Juli 2014 ihre neue Position als Geschäftsführerin der documenta antreten.
Kehrt die documenta zurück zu den klassischen Medien? Nach dem ehemaligen Theatermann Bernd Leifeld übernimmt Annette Kulenkampff zum Sommer 2014 das Amt der Geschäftsführerin bei der alle fünf Jahre stattfindenden Weltausstellung für Gegenwartskunst in Kassel - ausgerechnet eine Buch-Managerin.
In den vergangenen 18 Jahren war es der studierten Kunsthistorikerin gelungen, den Verlag Hatje Cantz in Stuttgart zum wichtigsten Kompetenzzentrum für Bücher zur jungen Kunst auszubauen. Auch der offizielle Katalog, das Begleitbuch und die "Notebooks" - 100 handliche Bändchen mit Essays, Skizzen und Notizen zur erfolgreichen documenta 13 im vergangenen Jahr - kamen aus dem Hause Hatje Cantz.

Annette Kulenkampff übernimmt zum Sommer 2014 das Amt der Geschäftsführerin bei der Weltausstellung für Gegenwartskunst in Kassel - und ist zu Besuch bei NDR Kultur.
DownloadWird also das klassische Bildungsmedium Buch auf der documenta 14 im Jahr 2017 eine Renaissance erleben? Wird nach den Besucherrekorden der vergangenen Auftritte in Kassel vielleicht gar die Kunst selbst sich vom breiten Publikum ab- und einem elitären Bildungsbürgertum zuwenden? "Warten wir ab, bis wir einen künstlerischen Leiter oder eine Leiterin nominiert haben", wehrt die 55-Jährige im Gespräch auf NDR Kultur ab. Die Geschäftsführerin habe das Unternehmen documenta zu führen, zu organisieren und nach außen zu vertreten. Für die Kunst und die Konzeption seien andere zuständig.
Die gebürtige Hannoveranerin gibt Martin Tschechne dennoch freimütig Auskunft über erste Gehversuche im Kunstverein, ihr persönliches Verhältnis zur Kunst, ihren ganz entschieden untheatralischen Führungsstil - und schließt nicht aus, dass es vielleicht auch mal ein anderer Verlag sein könnte, der den voluminösen Katalog zur nächsten documenta publizieren darf.