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Es gibt nicht viele Kameramänner, die eine so klare Bildsprache entwickelt haben wie Michael Ballhaus. Mit der schwindelerregenden Kreisfahrt um die Schauspieler Margit Carstensen und Karlheinz Böhm aus Fassbinders Film "Martha" hat er 1974 sein Markenzeichen entwickelt und es in zahlreichen Variationen weiterentwickelt. Auch darüber hinaus möchte man diesen Kameramann lieber als Bildregisseur bezeichnen oder noch ehrfurchtsvoller als "fliegendes Auge", so leicht, originell, einprägsam und fantasievoll ist dieser Kamera-Blick auf die Welt.
Es dauerte nicht lange, bis auch amerikanische Regisseure auf Ballhaus aufmerksam wurden. Mit Robert Redford hat er gearbeitet, mit Francis Ford Coppola, aber auch mehrmals mit Martin Scorsese. Nach vielen Jahren Hollywood-Aufenthalt ist Ballhaus inzwischen wieder in seine Geburtsstadt Berlin zurückgekehrt. In München und Hamburg unterrichtet er den filmischen Nachwuchs. An der Lüneburger Leuphana-Universität hat er eine Gastprofessur. Und außerdem engagiert er sich für den Umweltschutz.
Anlässlich seines 75. Geburtstags am 5. August blickt Ballhaus auf ein ereignisreiches Leben zurück und verrät im Gespräch mit NDR Kultur Redakteur Joachim Dicks, welche Vorstellungen er sich von seiner weiteren Zukunft macht.