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Dave Eggers Romanheld will in Saudi-Arabien Geschäfte mit dem König abschließen.
Dave Eggers, Jahrgang 1970, gilt als einer der einflussreichsten, aber auch kontroversesten Gegenwartsautoren der USA. In seinen Büchern setzt er sich kritisch mit der US-amerikanischen Gesellschaft auseinander.
Bekannt wurde der 42-Jährige mit seinem halbautobiografischen Buch "Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität", in dem er sich mit dem Krebstod seiner Eltern auseinandersetzt. Beide waren innerhalb weniger Monate gestorben, als Eggers 21 Jahre alt war.
Das Buch zu schreiben sei für ihn die einzige Möglichkeit gewesen, mit der Trauer fertig zu werden, sagte Eggers. Trotzdem ist es geprägt von einer starken ironischen Grundhaltung, mit der er seinen eigenen Schmerz hinterfragt.
Das gilt auch für seine weiteren dokumentarischen Bücher, etwa "Weit gegangen", in dem er das Schicksal des sudanesischen Flüchtlings Valentino Achak Deng beschreibt.
Auch in seinem aktuellen Buch "Ein Hologramm für den König" hinterfragt er die Strukturen seines Heimatlandes, insbesondere den Kapitalismus und die zunehmende Verlagerung der Produktion von US-Gütern ins Ausland.
Schauplatz der Handlung ist jedoch keine Stadt in den USA, sondern die "King Abdullah Economic City", eine geplante Wirtschaftsmetropole in der Wüste Saudi-Arabiens.
Der amerikanische Unternehmer Alan Clay ist dort hingereist, um König Abdullah eine neue Kommunikationstechnik für die Zukunftsstadt zu verkaufen. Doch gleich zu Beginn unterläuft ihm dabei ein Fauxpas.
Ulrich Pleitgen liest aus dem neuen Roman von Dave Eggers.