Am Morgen vorgelesen
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Sendedatum: 6. bis 17. Mai 2013, 22.05 bis 22.35 Uhr
Mit einer zehnteiligen Reihe, werden Schriften des Reformators Martin Luther vorgestellt. Die Auswahl von Friedrich Seven versucht, das ganze Spektrum von Luthers publizistischen und literarischen Aktivitäten zu verdeutlichen: den Theologen und Polemiker, Tischredner und Fabeldichter, Sprachschöpfer und Bibelübersetzer.
Der Reformator kam mit seinem geschriebenen Wort hinein in die Studierstuben des Mittelalters, in die Kirchen und Fürstenhäuser, aber auch in die Hütten und Kammern von Handwerkern, Bauern, Mägden und Knechten. Dass er darüber hinaus auch in die Freudenhäuser kam, dafür verbürgen sich die Fachleute gern.
Luther verstand es, seine Leser und Zuhörer zu unterhalten.
Luther suchte mit seinen Schriften die Nähe der Menschen: Darum rückte er ihnen auf den Leib, traktierte sie oft mit Ungeheuerlichkeiten, etwa den Erzählungen vom Teufel, und versäumte auch in den sehr gelehrten Schriften niemals, die Leser und Zuhörer zu unterhalten.
Seine Thesen werden theologisch genau begründet, dennoch bläst Luther mit heftiger Polemik und reicher Bildersprache zum Sturm gegen die Mauern, in denen die Kirche gefangen liegt. Die Schriften hinterließ bei den Zeitgenossen tiefen Eindruck und begründete einen neuen Stil der Reformschriften.
Es liest Hans Paetsch.